Zwingenberg

Mobilität In Rodau und Zwingenberg wurden Bänke in Höhe des Brunnenplatzes und an der Walter-Möller-Straße aufgestellt

Bunte Sitzgelegenheit für Mitfahrer

Archivartikel

Rodau.Die Idee kommt aus Rheinland-Pfalz und hat sich inzwischen auch an der Bergstraße verbreitet. Nach Auerbach/Hochstädten im vergangenen Jahr, steht jetzt auch in Rodau/Zwingenberg eine Mitfahrerbank und ergänzt das Mobilitäts-Angebot im Zwingenberger Stadtteil um ein weiteres Mosaiksteinchen.

Am Donnerstag nahmen Bürgermeister Holger Habich, die Landtagsabgeordnete und Stadtverordnetenvorsteherin Birgit Heitland, Christiane Weiß und Horst Hölzel vom Ortsbeirat Rodau sowie Sigrid Schweickert von der Babbelstubb die gelb-blaue Sitzgelegenheit mit Mehrwert in Betrieb.

Spontane Fahrgemeinschaften

Wie so oft im ländlichen Raum, weist auch die Infrastruktur des öffentlichen Nahverkehrs einige Lücken auf. Doch dafür funktioniert das Prinzip, auf das die Mitfahrerbank aufbaut, besser: das enge soziale Geflecht des ländlichen Raums. Denn hier kennt man sich und es fällt leichter, in ein Auto einzusteigen.

Um was geht es: Die Idylle des Landlebens hat auch eine Schattenseite. Die Mobilität, die ohne Auto zu einer großen Herausforderung wird. Der öffentliche Nahverkehr ist, wenn überhaupt, nur zu begrenzten Zeiten verfügbar und das Linientaxi ist für viele keine Alternative.

In diese Lücke stößt die Mitfahrerbank, die für alle Beteiligten die spontane Bildung einer Fahrgemeinschaft ermöglicht. Wer sich auf die Bank setzt, signalisiert dem vorbeifahrenden Autofahrer, dass er gerne mitfahren möchte. In aller Regel kennt man sich im Ort und wer bei einem Fremden nicht einsteigen möchte, lehnt dankend ab. Auch dem Autofahrer bleibt es überlassen, ob er einen Mitfahrer mitnehmen möchte, oder lieber nicht. Zwar muss man sich nicht zwingend kennen, aber in jedem Fall sollte für den Wartenden, wie auch für den Autofahrer, die jeweilige Person vertrauenserweckend sein. Wer nicht mit einem Fremden fahren möchte, wartet, bis ein bekanntes Gesicht anhält.

In Zwingenberg hatte die CDU-Fraktion die Mitfahrerbank in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht, in Rodau hatte man im Rahmen des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ diese Idee thematisiert.

Denn während die Schulzeiten mit Angeboten in Richtung Zwingenberg und Bensheim abgedeckt sind, fehlt es an einem durchgängigen Angebot, das vor allem auch für Berufspendler interessant wäre, die mit der Bahn unterwegs sind.

„Wer zum Bahnhof muss beziehungsweise am frühen Abend vom Bahnhof wieder zurück nach Rodau, ist auf das Auto angewiesen“, machte Ortsvorsteher Horst Hölzel die Problematik deutlich.

Bei der Umsetzung des Projekts konnte Zwingenberg vor allem auf die Erfahrung von Hochstädten setzen, dankte Bürgermeister Habich am Donnerstag insbesondere dem Hochstädter Ortsvorsteher Bernd Rettig.

Der hatte den Kontakt zur Designerin der Bank hergestellt, die im Übrigen auch in Hochstädten wohnt. Der Einfachheit halber habe man sich an das vorhandene Farbkonzept gehalten. Gelobt wurde in diesem Zusammenhang vom Verwaltungschef die Auszubildende Sabine Bergen, die im Rathaus für das Projekt zuständig war und ihre Sache „gut gemacht“ habe.

Die Mitfahrerbank in Rodau steht in Höhe des Brunnenplatzes an der Ortsdurchfahrt in Richtung Zwingenberg. Ihr Gegenstück wurde in Zwingenberg an der Walter-Möller-Straße kurz vor der Bahnüberführung aufgestellt.

Mit dieser „sinnvollen Ergänzung“ des Personennahverkehrs will es die Stadt aber nicht belassen, sondern ist an weiteren Verbesserungen interessiert. So verwies die Landtagsabgeordnete Heitland auf die Offensive des Landes „Land hat Zukunft“, mit der beispielsweise Maßnahmen im Bereich der Mobilität unterstützt werden.

Vor diesem Hintergrund will man in Zwingenberg jetzt prüfen, inwieweit vorhandene Angebote miteinander vernetzt und als sogenannte Bürgerbusse genutzt werden können.

Gedacht ist hier insbesondere an den Fahrdienst der Katholischen Kirchengemeinde für die Senioren.

Auch im Zuge der aktuellen öffentlichen Ausschreibung des ÖPNV soll es zu Verbesserungen kommen. Laut Ortsvorsteher Hölzel vorliegenden Informationen sei es geplant, auf der Linie Rodau-Fehlheim künftig im Stundentakt eine Verbindung anzubieten.

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