Zwingenberg

Wegzeichen Gedanken zu 30 Jahre Deutsche Einheit

„Danach lasst uns alle streben. . .“

Archivartikel

Der wirtschaftliche Erfolg von Unternehmen hängt wesentlich von deren Identität ab. Das Erscheinungsbild nach außen und innen ist mit entscheidend, wie gut es vorangeht. Makulatur hilft dabei nicht. Es muss glaubhaft und nachvollziehbar sein, wofür das Ganze steht. Das eigene Selbstverständnis muss sich im Handeln, in den Produkten und Aussagen widerspiegeln.

Nicht wesentlich anders ist es mit Gemeinschaften oder Gesellschaften. Sie brauchen besondere Merkmale, die sie kennzeichnen, von anderen abheben, unterscheiden. Nur mit einem einheitlichen Selbstverständnis kommt das Handeln an und sichert die Zukunft. Wofür man steht, das muss sowohl im eigenen Kreis als auch in der Lebensumwelt klar erkannt und akzeptiert werden.

„Einigkeit und Recht und Freiheit“ besingt die deutsche Nationalhymne und ruft auf: „Danach lasst uns alle streben…“ Sie stellt damit drei wesentliche Elemente in das Zentrum der Identität, die nicht getrennt voneinander gesehen werden sollten. Nur wenn alle Faktoren in den Blick genommen und auch gepflegt werden, lebt die Gesellschaft.

Sie muss darauf achten, dass keine Gräben zwischen Personengruppen entstehen, zwischen Ost und West, zwischen Arm und Reich oder „Deutschen“ und Flüchtlingen.

Es muss auf Gerechtigkeit geachtet werden, um Konflikte fernzuhalten zu können und innerhalb der Gesellschaft keinem die Lebensgrundlagen zu entziehen.

Und schließlich braucht es auch Freiheit jedes Einzelnen, sich ohne Druck und Zwang für etwas zu entscheiden, zu handeln oder die eigene Meinung äußern zu können.

Identität auf dem Prüfstand

Werden Gerechtigkeit, Freiheit und Einigkeit mit Füßen getreten, wird ein Staat auf Dauer nicht funktionieren. Von daher ist es für ihn und seine Verantwortlichen von wesentlicher Bedeutung, die Identität nicht aus den Augen zu verlieren. Was für den Staat gilt, gilt auch für Organisationen und Institutionen; auch für die Kirchen. Es würde auch ihnen nach innen und außen gut tun, die eigene Identität immer wieder auf den Prüfstand zu stellen:

Mehr Einsatz für Gerechtigkeit für andere, anstatt für den Erhalt der eigenen Strukturen zu kämpfen; mehr Freiheit zu geben, anstatt den moralischen Zeigefinger zu erheben und von oben zu entscheiden; mehr Einheit zu pflegen, anstatt Klerus und Laien voneinander abzutrennen oder Ökumene zu missachten. Das könnte auch Kirchen nach innen und außen glaubhafter und nachvollziehbarer erscheinen lassen, schließlich zu deutlich mehr Akzeptanz führen. Letztendlich könnten so auch wieder die eigentlich im Christentum begründeten Werte wie Einigkeit, Recht und Freiheit wieder in die Gesellschaft ausstrahlen. Ein erstrebenswertes Ziel.

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