Zwingenberg

Abwasserverband Geschäftsführer Peter Jankowski geht in den Ruhestand / Timo Bickhardt übernimmt

„Die Kläranlage war mein zweites Hobby“

Archivartikel

Zwingenberg.Nach jahrzehntelanger Tätigkeit für den Abwasserverband Alsbach-Zwingenberg-Hähnlein wurde Geschäftsführer Peter Jankowski jetzt in den Ruhestand verabschiedet. Der Verwaltungsfachmann stand seit 1996 an der Spitze des interkommunalen Verbands und hat die technische und bauliche Entwicklung der gemeinsamen Kläranlage in Alsbach in der ersten Reihe mitgestaltet.

Erfolgreiche Übergangsphase

Jankowski hatte sich bereits Ende des vergangenen Jahres aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen, damals bereits als stellvertretender Geschäftsführer (seit Januar 2018) neben seinem Nachfolger Timo Bickhardt. Die Übergangsphase sei harmonisch und erfolgreich verlaufen, hieß es. Am Donnerstag erfolgte im „Bunten Löwen“ in Zwingenberg der offizielle Abschied.

Seit er 1980 als Rechner in den Verband eingestiegen war, habe Jankowski den Verband über 38 Jahre lang aktiv mit geprägt und den Ausbau der Anlage auch als Nicht-Techniker exzellent begleitet, so Bürgermeister und Verbandsvorsteher Holger Habich.

Anwesend waren auch sein Alsbacher Amtskollege Georg Rausch sowie Ehrenbürgermeister Kurt Knapp, der in den Jahren 1989 bis 2001 Verbandsvorsteher war. Seit 2007 hat Habich das Amt inne. Die Stellvertretung und der Posten des Geschäftsführers werden seit vielen Jahren traditionell von der Nachbarkommune Alsbach-Hähnlein gestellt.

Mann mit Weitsicht

Habich lobte Jankowski als Mann mit Weitsicht, der die Verbandsgeschäfte und den infrastrukturellen Ausbau der Kläranlage „ohne Experimente“ und riskante Entscheidungen dauerhaft gesichert und finanziell solide gehalten habe. Neben blitzsauber geführten Büchern sei der letzte Jahresabschluss beinahe ohne Schulden ausgekommen. Der scheidende Geschäftsführer sprach von einer hervorragenden Zusammenarbeit mit dem technischen Kopf der Anlage.

Auch die Kollegen Lothar Müller und Willi Löser waren beim Abschied dabei. Sie gehören zum Team, das sich professionell um ein ausgeklügeltes System kümmert, in dem das Schmutzwasser von mehr als 17 000 Menschen gesammelt und aufbereitet wird.

Nicht nur auf der Anlage, auch in der Verbandsversammlung habe Peter Jankowski ein hohes Ansehen genossen, so Habich weiter. Sein fachlicher Rat werde für Verband und Verwaltung weiterhin wertvoll sein, sagte der Rathauschef.

Der Draht mit der Stadt Zwingenberg sei immer ein guter gewesen, so der angehende Ruheständler. Die Zusammenarbeit zwischen den Kommunen habe, so sagt er, womöglich auch ein Stück weit zur Schaffung eines gemeinsamen Bauhofs beigetragen, der 2017 operativ an den Start ging und vom Zweckverband Kommunale Dienste (ZKD) Alsbach-Hähnlein-Zwingenberg gesteuert wird. Habich sprach von einer „kleinen, aber feinen Zusammenarbeit“ zwischen den Kommunen.

Im Jahr seines Abschieds sei die Kläranlage an der Quelllache bestens aufgestellt. Der stationäre Wert betrage aktuell rund 8,7 Millionen Euro, so Jankowski, der 1980 zunächst beim Steueramt der Gemeinde Alsbach-Hähnlein angefangen hatte. Auch aus der Gemeindefinanzverwaltung wird er sich nun zurückziehen.

„Die Kläranlage war mein zweites Hobby“, sagte er in seiner Dankesrede. Davor steht der Mountainbike-Sport. Er ist auch Streckenpate für den Bereich Nördliche Bergstraße auf dem Rundkurs im Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald.

Jankowski war maßgeblich an der Planung der gemeinsamen Strecke der Stadt Zwingenberg sowie der Gemeinden Alsbach-Hähnlein und Seeheim-Jugenheim beteiligt, die über 33 Kilometer verläuft und 1100 Höhenmeter umfasst.

Aber auch dem Wein ist der ehemalige Mittelstreckenläufer zugetan. Das Geschenk von Verbandsvorstand und Geschäftsführer fiel entsprechend aus: Jankowski wird ein Jahr lang bei mehreren Terminen die Arbeit eines Winzers in Rheinhessen begleiten. „Ich bin dann mal weg“, meinte der frisch gebackene Ruheständler abschließend.

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