Zwingenberg

B 3-Erneuerung Fahrzeug mit 25 Plätzen reicht nicht aus

Die Lösung Shuttle-Bus ist ein Problem

Zwingenberg.Der Shuttle-Bus, den der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) wegen der Vollsperrung der Bundesstraße 3 einsetzt, um die Zwingenberger Fahrgäste zum Linienbus 669 zu chauffieren, ist am ersten Schultag an seine – vorsichtig formuliert – Kapazitätsgrenze gestoßen: Mindestens die Schüler, die am Montagvormittag um kurz nach 7 Uhr an der Ersatzhaltestelle Platanenallee beim Netto-Markt warteten, hatten keine Chance mehr, den Shuttle zu nutzen, denn der war zu diesem Zeitpunkt bereits proppenvoll.

Das war abzusehen

Dass dem so sein wird, das war abzusehen. Denn wer außerhalb der Ferienzeiten in den frühen Morgenstunden schon einmal die große Schar der Schüler gesehen hat, die an den Bushaltestellen Grenzweg, Orbis, Löwenplatz und Sparkasse warten, um die Reise nach Bensheim – in die „Stadt der (weiterführenden) Schule“ – anzutreten, dem war klar: Der nach Angaben der Stadtverwaltung 25 Passagiere fassende und vom Dienstleister VGG – der Verkehrsgesellschaft Gersprenztal mbH (VGG) – eingesetzte Shuttlebus wird an seine Grenzen kommen.

Dabei war der erste Schultag noch ein vergleichsweise schwacher Tag: Einige der neuen Fünftklässler werden erst am Dienstag eingeschult und standen folglich noch nicht an den Haltestellen – und angesichts des guten Wetters sind gegenwärtig viele Schüler mit dem Rad unterwegs. Die Situation wird sich also noch verschärfen.

Testfahrt mit größerem Vehikel

Dass es nach der 7-Uhr-Shuttle-Runde eine halbe Stunde später, um 7.30 Uhr, eine weitere Shuttle-Verbindung gibt, nutzt den Schülern wenig bis nichts: Der Unterricht in den weiterführenden Schulen in Bensheim beginnt in der Regel bereits um 7.45 Uhr. Die Linie 669, in die die „geshuttelten“ Zwingenberger Schüler an der Haltestelle Linde umsteigen, startet dort dann um 7.37 Uhr und ist – wenn’s gut läuft – erst um kurz vor 8 Uhr in Bensheim.

Busunternehmer Rainer Sauter setzt nun alles daran, möglichst rasch eine Lösung präsentieren zu können. Der VGG-Geschäftsführer hat noch am Montagnachmittag einen größeren Bus auf Testfahrt geschickt. Nämlich einen, der 35 Personen – also zehn mehr als das gegenwärtig eingesetzte Modell – befördern kann. Allerdings: Das Vehikel ist 2,85 Meter hoch, die zu passierende Bahnunterführung hat jedoch nur eine lichte Höhe von 2,70 Meter. Sauter hofft, dass da noch „etwas Reserve“ vorhanden ist. Zwei Busse zeitgleich einzusetzen, das ist laut Angaben des Unternehmenssprechers übrigens weniger ein Fahrzeug-, als ein Fahrerproblem: „Der Markt ist wie leergefegt.“

Notwendig ist der innerörtliche Bus-Shuttle, weil die Bundesstraße 3 wegen Erneuerungsarbeiten in den nächsten 21 Monaten voll gesperrt ist. Die Busse der Linie 669 müssen Zwingenberg umfahren, weil sie die einzige innerörtliche Querung der Bahntrasse – die 2,70 Meter hohe Unterführung Walter-Möller-Straße – nicht passieren können. Die Lösung ist eine innerörtliche Shuttleverbindung, die die Fahrgäste an den regulären Haltestellen Grenzweg und Orbis sowie den Ersatzhaltestellen Walter-Möller-Straße (Rad & Tat) sowie Platanenallee (Netto-Markt) einsammelt und zur Bushaltestelle Linde (Rewe-Markt“ bringt, wo der Umstieg in die Linie 669 erfolgt. Das wiederum hat am ersten Schultag reibungslos funktioniert.

Eine Stellungnahme aus dem Landratsamt steht noch aus.

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