Zwingenberg

Wegzeichen Betrachtung zum Christopherus-Tag

Ein Star unter den Heiligen

Archivartikel

Mit seiner Größe überragt Christophorus alle anderen Heiligen, auch mit seiner Bekanntheit liegt er ganz oben.

Der heutige 25. Juli ist nach wie vor sein Gedenktag, auch wenn „kaum historische Tatsachen“ über Christopherus vorliegen und daher auch die katholische Kirche ihn aus ihrem liturgischen Kalender gestrichen hat.

Dennoch sind Fahrzeugsegnungen rund um den 24. Juli, dem üblicheren Gedenkdatum, und Christopherus-Medallien als Schlüsselanhänger oder gesegnete Plaketten auf dem Armaturen-Brett nach wie vor populär.

Im Mittelalter war der Riese unter den katholischen Schutzheiligen und Nothelfern der Star. Seine Verehrung breitete sich schon früh im Westen aus, vor allem in Süddeutschland und den Alpenländern fand er viele Verehrer. Christophorus zählt zu den frühchristlichen Märtyrern, der vermutlich im 3. oder beginnenden 4. Jahrhundert gelebt hat.

Sein Name kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Christusträger“. Dargestellt wird er meist als Hüne mit Stab. Auf seinen Schultern trägt er das Jesuskind über einen Fluss.

Nach wie vor zählt Christopherus zu den vierzehn Nothelfern der katholischen Kirche und der auch weit über Kirchenkreise hinaus geschätzte „große“ Schutzheilige der Autofahrer und Reisenden. Im Mittelalter galt er als „Bewahrer vor einem schlimmen Tod“. Schon das Betrachten seines Abbildes sollte davon abhalten. In unzähligen Kirchen und auf Hauswänden wird der Heilige seitdem dargestellt. Und die Erinnerung an die große Tat, das Gotteskind über den reißenden Fluss zu führen, lenkt auch heute Menschen, die unterwegs sind.

Meist ist Christopherus der Legende nach überlebensgroß als Riese gemalt, hat einen knorrigen Ast in der Hand und das Christuskind auf seiner Schulter. Mit Beginn der Reformation wurde der Bilderkult, gerade auch seinen Darstellungen gegenüber, verstärkt kritisiert.

Luther sah in der Christusträger-Legende dennoch eine Allegorie des Christenmenschen. Das Evangelische Kirchenlexikon bezeichnet Christopherus heute schlicht als „legendär“.

Die eher an Märchen und Sagen erinnernde Erzählung vom großen Menschen, der das Jesuskind auf den Schultern über einen Fluss trägt, hat sich jedenfalls über verschiedene christliche Kirchen über Jahrhunderte erhalten und die bildhaften Darstellungen ihre Kraft gegenüber den Betrachtern nicht verloren. Und das gerade auch in Kreisen, deren Wege meist nicht in die Gotteshäuser führen.

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