Zwingenberg

Wegzeichen Die Taufe als Aufnahme in die Gemeinschaft

Eintauchen und Kreise ziehen

Ein Stein, der ins Wasser fällt, erzeugt Wellen. Sie breiten sich kreisförmig um den Ort aus, an dem er durch die Wasseroberfläche dringt. Auch wenn die Wellen bei ihrer Ausbreitung nach außen hin immer schwächer werden, sie zeigen doch ihre Wirkung. Je weiter entfernt, desto weniger „Resonanz“. Stoßen die Wellen auf ein Hindernis, werden sie reflektiert, sie kommen zurück oder die Energie breitet sich von dort weiter aus, als wäre ihr Ursprung dort zu finden.

Wellen im Wasser entstehen immer, wenn etwas mit Energie in es hineindringt. Die Wissenschaft bezeichnet dieses als „Erreger“, der Teilchen eines anderen Körpers – in diesem Fall das Element Wasser – aus seiner Ruhelage zwingt.

Bei einer Taufe wird – soweit sie dem Ursprungsritual folgt – der ganze Körper des Menschen in das Wasser eingetaucht. Der Täufling sinkt in das Medium, aus dem das Leben stammt.

Im Wasser selbst ist der Mensch nicht lebensfähig. Es wird für ihn sogar zur Bedrohung. Er muss wieder auftauchen, um atmen zu können. Das Ein- und Auftauchen hat Folgen. Es erzeugt Wellen, die sich ausbreiten. Sie ziehen Kreise und bewegen. Insoweit ist das Taufritual ein Bild für das, was sie sein soll.

Die Taufe hat ihren Ursprung in der Taufe Jesu durch Johannes im Fluss Jordan. Sie gilt als das erste und grundlegende Sakrament, durch das ein Mensch in die Glaubensgemeinschaft der Christen aufgenommen wird. Sie beruft zur Jüngerschaft Jesu und Nachfolge.

Im Ritus soll die „Schwelle“ zwischen dem alten Sein des Menschen und dem neuen Leben deutlich werden. Wer nachfolgen will, muss akzeptieren, dass sein Handeln Wellen schlägt, Kreise zieht und auf Hindernisse stößt. Nur wenn die sich ausbreitende Energie auf Anderes trifft, kann sie etwas bewegen. Ansonsten läuft alle Energie ins Leere. Auftreffenden Wellen werden automatisch reflektiert. Es kommt also in der Regel etwas zurück. Es ist gut, die zurückströmende Energie wahrzunehmen und sich von ihr selbst wieder neu bewegen, damit ändern zu lassen. Nur so bleibt alles in Bewegung oder im Fluss.

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