Zwingenberg

Kommunalpolitik Stadtverordnete der GUD wird wieder Stadträtin / Nachfolgerin von Dieter Backs, der im Mai auf eigenen Wunsch ausgeschieden ist

Evelyn Berg ist zurück im Magistrat

Zwingenberg.Um 19.15 Uhr war es am Mittwochabend soweit: Evelyn Berg vollzog den Perspektivwechsel – sie trug ihre Unterlagen von der seitlichen „Stadtverordnetenbank“ nach vorne zum „Magistratstisch“, wurde von der Parlamentarierin zur Stadträtin. Die Zwingenberger Kommunalpolitikerin aus den Reihen der Gemeinschaft für Umweltschutz und Demokratie (GUD) schloss die Lücke, die ihr Parteikollege Dieter Backs hinterlassen hatte. Der nahm seinen 75. Geburtstag im Mai zum Anlass, um auf eigenen Wunsch aus dem Magistrat auszuscheiden und seine langjährige Kommunalpolitiker-Laufbahn an den Nagel zu hängen.

Nicht wirklich neue Rolle

Für Evelyn Berg ist die Rolle als Stadträtin nicht wirklich neu: In der Legislaturperiode 2011 bis 2016, in der ihre GUD gemeinsam mit der SPD eine Koalition gebildet und in der Stadtverordnetenversammlung die Regierungsmehrheit hatte, arbeitete sie – damals noch gemeinsam mit Dieter Backs – im Magistrat mit.

Zu dieser Zeit verfügte die Gemeinschaft für Umweltschutz und Demokratie über zwei Mandate im Stadtrat, nun – nach der Kommunalwahl im März 2016 – hat die GUD dort wieder nur einen Sitz.

Die kommunalpolitische Laufbahn von Evelyn Berg (verheiratet, zwei Kinder, Diplom-Soziologin und in der Bildungsberatung tätig) begann jedoch nicht erst im Jahre 2011: Seit 1997 engagiert sie sich; sie war auch vor der GUD/SPD-Koalition im Zwingenberger Parlament bereits Stadträtin im Magistrat, nämlich seit 2001. Überdies ist sie nicht nur Mitglied bei der lokalen GUD, sondern auch bei Bündnis 90/Die Grünen und vertritt deren Interessen seit 2001 als Abgeordnete im Bergsträßer Kreistag.

Dem Perspektivwechsel ging am Mittwochabend bei der Stadtverordnetenversammlung im Dorfgemeinschaftshaus von Rodau die Vereidigung von Evelyn Berg durch Parlamentschefin Birgit Heitland voraus. Anschließend händigte Bürgermeister Holger Habich seiner neuen Kollegin die Ernennungsurkunde als Ehrenbeamtin aus.

Ebenfalls vorausgegangen war dem Dienstantritt von Berg als Nachfolgerin von Backs übrigens auch eine Verzichtserklärung der SPD auf den Magistratssitz: GUD und SPD waren nach der Kommunalwahl 2016 zwar nicht mehr als Koalition angetreten, hatten aber eine gemeinsame Magistratsliste aufgestellt. Auf der rangieren abwechselnd GUD- und SPD-Politiker. Nach der Rückgabe des Mandats durch Backs hätte jetzt ein Sozialdemokrat nachfolgen können. Dann wäre die GUD im Stadtrat nicht mehr vertreten gewesen und die SPD hätte zusätzlich zu ihrem Stadtrat Peter Lucas ein weiteres Magistratsmitglied benennen können. Die SPD erwies sich jedoch als fairer Listenpartner und verzichtete zu Gunsten der GUD.

In der eigentlich siebenköpfigen GUD-Fraktion muss Fraktionsvorsitzender Ulrich Kühnhold nun allerdings – mindestens bis zur nächsten Sitzung des Parlaments am 6. September – mit einer verkleinerten Mannschaft auskommen: Die Gemeinschaft für Umweltschutz und Demokratie war am Mittwochabend nicht in der Lage, bereits einen Nachrücker für die Fraktion zu benennen. Für seine Ex-Kollegin hatte Kühnhold lobende Worte: „Evelyn Berg ist eine bewährte und erfahrene Kraft.“ Er dankte ihr, dass sie sich erneut im Magistrat als der „Schaltstelle der Kommune“ engagiert.

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