Zwingenberg

Behindertensportgemeinschaft Vereinsmitglieder verbrachten gesellige Stunden beim Grillfest – im Mittelpunkt steht jedoch Sport und Bewegung

Feiern steht immer nur an zweiter Stelle

Archivartikel

Zwingenberg.Für einige waren die sommerlichen Temperaturen vermutlich etwas zu hoch, doch bis das vorbereitete Grillfleisch und die hausgemachten Salate auf dem Tisch standen, hatten sich immer mehr Mitglieder der Versehrten- und Behindertensportgemeinschaft Zwingenberg (VBSG) auf der schattigen Wiese des Country- und Western-Clubs Zwingenberg zu ihrem alljährlichen Grillfest eingefunden.

Auch Alleinunterhalter Hartwig Zeidler, der das gesellige Beisammensein mit seinem Akkordeon begleitete, wurde vom Vorsitzenden Heinz Vollmer herzlich begrüßt.

Im September nach Rüdesheim

Das Grillfest ist ebenso fester Bestandteil im Jahresprogramm des Vereins wie der Jahresausflug und die Weihnachtsfeier. So waren die Mitglieder im vergangenen Oktober in Wissembourg im Elsass unterwegs und haben in diesem Jahr im September Rüdesheim als Ziel. Die Weihnachtsfeier der Zwingenberger VBSG findet seit wenigen Jahren Anfang Dezember in der „Post“ in Rodau statt.

Neben diesen geselligen Zusammenkünften steht für die Mitglieder aber Sport und Bewegung trotz körperlicher Beeinträchtigung im Mittelpunkt. Je nach Erkrankung und persönlichen Bedürfnissen ist der Verein in drei Sparten aktiv und bietet unter der Leitung erfahrener Therapeuten vom Hessischen Behinderten- und Rehabilitationssportverband (HBRS) zertifizierten Rehabilitationssport an.

Das ist zum einen allgemeine Gymnastik und Rückschule, die jeweils mittwochs von 19 bis 20 Uhr in der Melibokushalle stattfindet. Trainingsort für die von Horst Krug geleitete Herzsport-Abteilung ist die Klinik Schloss Falkenhof in Schönberg, jeweils von 19.30 bis 20.30 Uhr.

Jüngste Sparte im Verein ist die Parkinson-Abteilung, die ihren Ursprung in der 2002 von Philipp Wahlig mitbegründeten Parkinson-Selbsthilfegruppe Bensheim hat und seit 2005 im Verein integriert ist. Die Leitung der Gruppe hat inzwischen Marianne Wahlig übernommen, die Übungsstunden sind jeden Mittwoch in zwei Gruppen von 10 bis 12 Uhr im Pfarrzentrum von Sankt Georg in Bensheim.

Der Behindertensport entstand als Folge des Zweiten Weltkriegs, der bei vielen Menschen zu körperlichen Schäden und Behinderungen geführt hatte. Um ihnen eine sportliche Betätigung und Bewegung zu bieten, wurde 1952 in Darmstadt der Behindertensport gegründet. Nach einer dreijährigen Zwischenstation in Wiesbaden sitzt die Geschäftsstelle des hessischen Dachverbands, der sich 1990 in Hessischer Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband (HBRS) umbenannte, seit 1973 in Fulda. Mittlerweile betreut der Verband etwa 46 500 Mitglieder in rund 500 Vereinen.

Dazu gehört auch die Zwingenberger VBSG, die im Oktober 2013 ihren 60. Geburtstag feierte – damals noch mit Vorsitzendem Christian Kupfer. Aktuell wird der Verein mit seinen rund 125 Mitgliedern vom Vorsitzenden Heinz Vollmer und den Vorstandsmitgliedern Gerlinde Nickels und Hans Schuster geleitet.

In aller Regel kommen die Teilnehmer des Rehasports aufgrund einer medizinischen Verordnung zum Verein und sind dort bestens aufgehoben. Nicht nur durch die ausgebildeten und zertifizierten Übungsleiter – vor allem bei den „Herz-Sportstunden“ ist immer ein Physiotherapeut und ein Mediziner anwesend. Häufig bleiben die Teilnehmer auch nach der Verordnung dabei und werden Mitglied im Verein.

Da der Anteil der älteren Mitglieder deutlich in der Überzahl ist, würde man sich über jüngere Mitglieder, die auch als Übungsleiter tätig werden könnten, sehr freuen. Wer Interesse hat oder mehr über die Zwingenberger Versehrten- und Behindertensportgemeinschaft wissen möchte, kann mit Gruppenleiterin Ingrid Hofmann aus Zwingenberg (Telefon 06251/53319) oder Marianne Wahlig, Leiterin der Parkinson-Gruppe, (Telefon 2607) Kontakt aufnehmen.

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