Zwingenberg

Zwischenbilanz Ehrenamtliche Voraushelfer des DRK Zwingenberg sind rund um die Uhr in Bereitschaft, um medizinische Notfälle zu versorgen

First Responder leisteten schon 90 Einsätze

Zwingenberg.Seit ihrer Gründung am 9. August 2019 ist die First-Responder-Einheit des Deutschen Roten Kreuzes Zwingenberg 90 Mal ausgerückt. Das berichtet Udo Bächer, Leiter der örtlichen DRK-Bereitschaft, aus Anlass des 90. Einsatzes, den die ehrenamtlichen Retter am vergangenen Donnerstag geleistet haben. Für die knapp fünf Monate des vergangenen Jahres weist die Statistik 52 Notfälle aus, bei denen die Voraushelfer-Einheit ausrückte, seit Jahresbeginn 2020 waren es bis dato 38 Notfälle.

Die First-Responder-Einheit des DRK wurde mit Blick auf die Vollsperrung der Bundesstraße 3, die seit August 2019 erneuert wird, ins Leben gerufen. Maßgeblicher Grund dafür war die längere Anfahrtszeit, die die Teams des hauptamtlichen Rettungsdienstes in Kauf nehmen müssen, weil sie während der B3-Erneuerung Umfahrungen nutzen müssen, um an die Einsatzstellen in Zwingenberg zu kommen. Der Kreis Bergstraße als Träger des Rettungsdienstes kam deshalb auf die DRK-Ortsvereinigung zu und bat um die Bereitstellung eines First-Responders an. Die First-Responder-Einheit ist rund um die Uhr in Bereitschaft und für medizinische Notfälle alarmierbar. Seit ihrer Gründung kamen so über 5300 Bereitschaftsstunden zusammen.

Udo Bächer berichtet: „Bei den 90 Einsätzen unserer First-Responder-Einheit gab es verschiedene Notfälle, zu denen wir alarmiert wurden und bei denen wir den Betroffenen geholfen haben: Internistische Notfälle (also z.B. akute Erkrankungen) machte die meisten Notfallbilder aus, zu denen wir geschickt wurden. Am zweithäufigsten waren chirurgische Notfälle / Verletzungen (z.B. ein Sturz vom Pferd oder vom Fahrrad). Überdies wurden wir zu Verkehrsunfällen, Patienten ohne Bewusstsein, verschiedenen Kindernotfälle, einer Amputationsverletzung, vier Kreislaufstillständen (Reanimationen), zwei Stichverletzungen und zur Versorgung eines Verletzten nach einer Schlägerei gerufen. Bei allen Patienten übernahmen wir die Erstversorgung und übergaben diesen an den Rettungsdienst beziehungsweise den Notarzt. Leider konnte bei drei Notfällen den Patienten nicht mehr geholfen werden.“

Zwölf ehrenamtliche Helfer des DRK Zwingenberg teilen sich den Rund-um-die-Uhr-Dienst der First-Responder-Einheit. Der diensthabende Helfer hat immer ein Einsatzfahrzeug mit der notwendigen Einsatzausrüstung vor seiner Haustür stehen und kann so bei einem Alarm ohne großen Zeitverlust den Notfallort anfahren. Die First-Responder-Einheit Zwingenberg wird nicht bei jedem Einsatz alarmiert. Ob und wann alarmiert wird, das entscheidet die Rettungsleitstelle Bergstraße mit Sitz in der Kreisstadt Heppenheim bei der Annahme des Notrufs.

Die Voraushelfer sind auch in der aktuellen Coronavirus-Krisenzeit einsatzbereit. Allerdings werden gemäß eines Beschlusses der Kreises Bergstraße als Träger des Rettungsdienstes alle First-Responder-Einheiten im Landkreis nur noch zu speziell definierten und lebensbedrohlichen Notfällen alarmiert.

Das DRK Zwingenberg versucht nach Kräften den First-Responder-Dienst bis zum Bauzeitende der B 3 – momentan bis April 2021 geplant – zu leisten.

Der Zeitraum von fast zwei Jahren ist jedoch lang und der Dienst wird neben den normalen Berufen und in der Freizeit von den Ehrenamtlichen geleistet. Da könne es eventuell vorkommen, dass der First-Responder-Dienst nicht rund um die Uhr aufrechterhalten werden könne, bitte Udo Bächer vorsorglich um Verständnis: „Für den First-Responder-Dienst, aber auch bei den Einsätzen generell erhalten weder unsere Helfer noch unsere DRK-Ortsvereinigung eine Vergütung. Der Dienst wird freiwillig und unentgeltlich erbracht. Das Einsatzfahrzeug und die Notfallausrüstung stellt die DRK-Ortsvereinigung Zwingenberg kostenfrei.“ red

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