Zwingenberg

Jubiläum Die Städtepartnerschaft von Zwingenberg mit dem französischen Pierrefonds besteht seit 50 Jahren

Glücklicher Zufall führte zur Verschwisterung

Archivartikel

Zwingenberg.Die aus Anlass des 20-jährigen Bestehens der Städtefreundschaft zwischen Zwingenberg und Pierrefonds im Jahre 1988 erschienene Chronik preist das Zustandekommen der Verschwisterung als „glücklichen Zufall“. Und in der Tat: Dass Deutsche und Franzosen am kommenden Wochenende im ältesten Bergstraßenstädtchen bereits den 50. Geburtstag ihrer „Jumelage“ feiern können (wir haben berichtet), das geht tatsächlich auf einen „glücklichen Zufall“ zurück:

Eigentlich wollte der im benachbarten Alsbach lebende Redakteur Karl Zimmermann nämlich eine Partnerschaft zwischen seinem Wohnort und der französischen Kommune Berneuil sur Aisne erreichen. „Doch leider fand er in Alsbach zur damaligen Zeit noch keinerlei Resonanz für sein Anliegen“, heißt es in der besagten Chronik über die Absicht des Kriegsheimkehrers, einen Beitrag zur Aussöhnung der beiden Völker im Sinne von de Gaulle und Adenauer leisten zu wollen. Der ernüchterte Zimmermann traf in Zwingenberg auf Gerald Schuchmann, Pächter des damaligen Hotels „Zum Fuchsbau“, kam mit ihm über seine Verschwisterungsidee ins Gespräch – und stieß auf offene Ohren. Auf der Suche nach einer geeigneten Kommune stieß das Duo Zimmermann/Schuchmann auf Pierrefonds und einen aufgeschlossenen Bürgermeister Louis Lesueur. Das alles geschah im Jahr 1967, und im Herbst desselben Jahres stattete eine erste Delegation aus Zwingenberg den Franzosen einen Besuch ab. Die Chronik berichtet: „Bereits bei diesem ersten Besuch spürten alle, dass die Verschwisterungsidee eine großartige Sache war.“ Alles Weitere ist im besten Sinne des Wortes Geschichte – und mittlerweile 50 Jahre her:

Am 15. März 1968 fasste die Zwingenberger Stadtverordnetenversammlung den Beschluss zur Verschwisterung, am 14. Mai tat es Pierrefonds den Zwingenbergern gleich. Der offizielle Verschwisterungsakt auf Zwingenberger Seite erfolgte am 27. Juli 1968 in der Jugendherberge: Bürgermeister Heinrich Zubrod und sein französischer Amtskollege Louis Lesueur unterzeichneten die Urkunden. Am 5. Oktober 1968 reisten die Zwingenberger nach Pierrefonds, da signierte dann der neue Bürgermeister Jürgen Neue das Dokument, denn Zubrod – Vater der heutigen Verschwisterungsvereinsvorsitzenden Christine Baldauf – war in den Ruhestand getreten.

„Ganz so euphorisch, wie die Verschwisterung begann, ist sie in den ersten Jahren dann doch nicht weitergegangen“, berichtet die Chronik zum 20-jährigen Bestehen aber auch über die Hürden, die es zu überwinden galt – und die auch heute wieder aktuell sind: „So gut auch die offiziellen Begegnungen auf politischer Ebene waren, die Schwierigkeit bestand zunächst einfach darin, auch die Menschen beider Gemeinschaften zueinanderzubringen.“ Damals habe das „Schicksal wohlwollend eingegriffen und die Sache zum Guten gewendet“, heißt es in der Chronik sinngemäß: Die Zwingenberger Jürgen Dernbach und Theo Augstein gründete einen „Kreis der Freunde der Verschwisterung“, der die Städtefreundschaft förderte und aus dem der Partnerschaftsverein erwuchs. Wiltrud Frey Kinzinger als Vorsitzende, Peter Widow als Vize, Jürgen Becker als Schatzmeister, Erika Baginski als Schriftführerin sowie die Beisitzer Theo Augstein, Josef Lambert, Günter Kruchen und Hans Nölle waren die Frauen und Männer der ersten Stunde, denen heute der Dank für ihre Starthilfe gilt. red

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