Zwingenberg

Kultur Die Musiker Jeanine Vahldiek und Steffen Haß mussten im Theater Mobile lange Zugaben geben

Harfe, Triangel – und eine liebliche Stimme

Archivartikel

Zwingenberg.Eine „ausgewachsene“ Konzertharfe gab es bis dato im Zwingenberger Theater Mobile noch nicht zu sehen – und vor allem zu hören. Dass die Besucher des Gewölbekellers unter dem Alten Amtsgericht aber an jenem Konzertabend keine sphärischen Harfenklänge zu Engelsgesang erwarten durften, das ahnten sie schon angesichts der weiteren Instrumente, die da auf der Bühne neben dem majestätisch wirkenden Klangkörper präsentierten wurden: Ein buntes Sammelsurium von Percussion-Instrumenten – von einem etwas ungewöhnlichen Drumset über Cajon, Rainmaker, Triangel, Udu und Jarimba – drapiert auf bunten Flickenteppichen.

Da wurde verständlich, warum dieses Duo bestehend aus Steffen Haß an all diesen Instrumenten und Jeanine Vahldiek an der Harfe als „Band“ daherkommt. Sie präsentierten an diesem Abend ihr jüngstes von vier Alben selbst komponierter Songs mit dem Titel „no hardship“. Das kann man mit „Leichtigkeit“ übersetzen. Und dieser Titel war auch durch und durch Programm in diesem Konzert.

Die Leichtigkeit durchzieht die Musik in ihrem Stil der federnden Rhythmen, zu denen die Finger über die Saiten der Harfe tanzen. Hinzu kommt noch die liebliche Stimme von Jeanine Vahldiek. Sie ist es auch, die das Publikum heiter und charmant moderierend durch den Abend begleitet. Mit Pumphose und Rastalocken und eingehüllt in wechselndes Farbenspiel des Bühnenlichtes erinnerte sie optisch wie akustisch an Bob Marley.

Sehnsucht nach Stille

Das Publikum erfährt, dass die beiden Musiker ursprünglich aus Berlin stammen, sich jedoch bald in der Großstadt nach Stille sehnten. So entstand der gleichnamige Song noch vor ihrem Umzug in ein Häuschen im Wald, weit weg von allem. Jeanine erklärt mit dem Song „My Choice“, dass unser Kopf doch eigentlich die Freiheit hat, etwas Angenehmes zu denken – auch wenn einem gerade mal wieder einer auf der Autobahn übel mitspielt. Aber der Kopf ist manchmal auch ein Hindernis auf dem Weg zum Glücklichsein, da er allzu viel bedenkt. Deswegen rufen die beiden Interpreten ihm zu: „shut up“.

Die Wege in eine Zukunft als junger Mensch, so zu werden, wie man gerne sein möchte, kommen in den Titeln „Plan A“ und „interested in“ zum Ausdruck. Gemäß dem Motto: „Mach Dein Ding.“ Natürlich durfte in diesem Reigen positiver Energie ein Loblied auf den Frühling nicht fehlen („Spring“).

Das Publikum nahm diese Energie dankbar auf und fühlte sich in dieser von Steffen Haß zur „Selbsthilfegruppe Zwingenberg“ erklärten Runde sichtlich wohl. Es wurde im Rhythmus gewippt und geklatscht. Anhaltender Applaus ermunterte die beiden überaus sympathischen Musiker zu langen Zugaben und auch anschließend blieben noch viele Gäste zum Plausch mit den Beiden über ihre Instrumente, die ausnahmslos selbst komponierte Musik und eine Rückkehr zu einem Wiedersehen im Theater Mobile. red

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