Zwingenberg

Coronavirus Wehrführer Reiner Schellhaas vermailt Fragebögen an die Einsatzabteilung

„Homeschooling“ auch für Feuerwehrleute

Archivartikel

Zwingenberg.„Trainingsmöglichkeiten“ unter „realistischen Bedingungen“, die hatte die Freiwillige Feuerwehr Zwingenberg in den vergangenen Wochen mehr als genug: Die ehrenamtlichen Retter wurden zu einer ganzen Serie von Einsätzen gerufen (wir haben berichtet). Das „klassische“ Training indessen ruht, weil auch für die Einsatzkräfte abseits von Notfällen die Kontaktbeschränkungen gelten, wie sie angesichts der Coronavirus-Pandemie für alle Menschen angeordnet wurden:

Unterrichtsabende finden nach Angaben des stellvertretenden Stadtbrandinspektors Karl-Heinz Zecher zurzeit ebenso wenig statt wie Übungen; auch die Teilnahme an Lehrgängen ist nicht möglich, weil alle Fortbildungen auch auf den übergeordneten Ebenen – Kreis, Land – abgesagt werden mussten.

In Zwingenberg hat Stadtbrandinspektor und Wehrführer Reiner Schellhaas sich daher für eine „Homeschooling“-Variante seiner Kameraden entschieden:

Freiwillig – und ohne Zensuren

Per E-Mail werden die Mitglieder der Einsatzabteilung in regelmäßigen Abständen mit Multiple-Choice-Fragebögen zur Feuerwehrkunde beliefert. Die Teilnahme ist freiwillig, berichtet Zecher augenzwinkernd, und die Antworten werden von Schellhaas weder kontrolliert noch benotet. Kurze Zeit nach dem Versand der Fragebögen verschickt der Wehrführer im Rahmen seines „Corona-Fernkurses“ aber auch die Lösungen, sodass die Teilnehmer sich selbst kontrollieren können. Sobald es die Hygieneregeln wieder hergeben und die Kontaktbeschränkungen gelockert werden, wollen die Einsatzkräfte jedoch umgehend wieder mit Unterrichtsabenden und Übungen beginnen. „Uns fehlen die persönlichen Begegnungen sehr“, so Zecher, „vor allem auch nach den Einsätzen.“ Wenn die Retter nach dem Ausdrücken wieder ins Gerätehaus am Gießer Weg zurückkehren, wird nur noch flott die Technik wieder einsatzbereit gemacht, dann geht jeder seiner Wege. „Noch einmal über das gerade Erlebte zu sprechen, wie wir das sonst tun, das ist zurzeit leider nicht möglich“ – dabei tue das vor allem dann, wenn die Betroffenheit bei den Kameraden angesichts von Unfallopfern groß ist, besonders gut. mik

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