Zwingenberg

Kultur Fee Badenius und Band überzeugten im ausverkauften Theater Mobile

Humorvolle Moderationen und Lieder mit Tiefgang

Zwingenberg.Erstmals war Fee Badenius im Theater Mobile zu Gast. Aber nicht als Solistin mit ihrer Gitarre, wie man sie von vielen Videos und Auftritten im Fernsehen kennt. Sie wurde vielmehr begleitet von drei kongenialen Musikern, jeder hörbar ein Könner seines Fachs. Zu Beginn jedoch leitete Vanessa Nowak den Abend ein. Sie wurde von ihrer Freundin Fee als Singer-Songwriterin mit deutsch-amerikanischen Wurzeln vorgestellt, die in Darmstadt lebt. Sie trug ihre eigenen Kompositionen im Americana-Stil vor, sich selbst an der Gitarre begleitend. Wer nun mit Fee Badenius einen lustigen Comedy-Abend erwartet hatte, inspiriert von den vielen lustigen Songtexten, die schon im Netz kursieren, der wurde – angenehm – überrascht: Die Inhalte ihrer Lieder waren zwar humorvoll, aber dennoch tiefsinnig. Und das Publikum bekam durch die Band, bestehend aus Johannes Still am Keyboard, Jochen Reichert an Kontrabass und E-Bass sowie Christoph Helm am Schlagzeug, einen vollen und abwechslungsreichen Sound zu hören.

Selbstironie

Fee Badenius nimmt in ihren Texten immer wieder selbstironisch ihren Körper aufs Korn. So war sie auch dankbar dafür, dass der BA-Fotograf, der ins Mobile gekommen war, um ihren Auftritt im Bild festzuhalten, aus einer erhöhten Perspektive fotografierte: „Das ist vorteilhaft für die Figur.“

Auch Ihre Ordnungsliebe wird in einem Lied relativiert. Von Kuscheltieren ist dann die Rede, die einem beim Wegräumen so traurig in die Augen schauen – um so dann doch auf dem angestammten Platz bleiben zu dürfen. „Ach ich liebe mein Chaos“, ist das versöhnliche Fazit. Fee Badenius aus ihrem Leben, in dem sie acht Jahre als Lehrerin an einer Waldorfschule tätig war. Oder auch von ihrer wahren Liebe – ihr Mann weiß davon –, nur echte Pferdemädchen können das nachempfinden. Sie besingt auch die Liebe zu ihrem Kind, auf das sie allerdings noch wartet. Nicht nur ihre Moderationen sind sehr humorvoll, auch die Lieder selber müssen immer einmal wieder durch einen zufälligen Geistesblitz unterbrochen werden.

Sie kann aber auch ernst und tiefsinnig sein. In ihrem noch sehr neuen Lied „Dein Lachen“ besingt sie ihre Mutter, die vor einigen Tagen 58 Jahre alt geworden wäre. Das Lied ging allen im Mobile unter die Haut. So, wie Fee Badenius es insgesamt schaffte, die Gäste sehr zu berühren mit ihrer sehr sympathischen Art, mit Herz und Humor. Kaum verwunderlich, dass der voll besetzte Saal immer wieder Zugaben forderte. So kam dann auch der virale Internet-Hit „Fleisch-Ess-Lust“ doch noch zu Gehör. red

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