Zwingenberg

Werkschau Im September sind in der Remise 31 Arbeiten des Leipziger Künstlers Bernhard Heisig zu sehen

Kunstfreunde zeigen Ausstellung „Der faschistische Albtraum“

Archivartikel

Zwingenberg.„Der faschistische Albtraum“, so lautet der Titel einer Ausstellung, mit der die Kunstfreunde Bergstraße an die Schrecken des Zweiten Weltkriegs und des Nationalsozialismus erinnern wollen. Konkreter Anlass für die Werkschau mit Arbeiten des Leipziger Künstlers Bernhard Heisig (1925 - 2011) ist der 80. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs in Europa am 1. September 1939 mit dem Überfall der Deutschen auf Polen. Eröffnet wird die Ausstellung in der Remise beim Alten Amtsgericht (Obertor 1) in Zwingenberg daher am 1. September, Sonntag; die Vernissage beginnt um 11 Uhr. Die Werkschau ist dann bis einschließlich 29. September jeweils samstags von 14.30 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. In einer Pressemitteilung heißt es:

Expressive Symbolbilder

„Der faschistische Alptraum“ ist das druckgrafische Hauptwerk von Bernhard Heisig und darüber hinaus ein wichtiges Werk der deutschen Kunst des 20. Jahrhunderts. Es zielt nicht nur auf den Krieg, sondern auf das dahinter stehende politische System. Im Mittelpunkt stehen nicht direkte szenische Darstellungen des Geschehens. Es geht um expressive Symbolbilder aufgrund der erst später gewonnenen Einsichten. Bernhard Heisig wollte sich, so seine Worte, auch über eine Bewusstseinslage klar werden, in der er sich damals und mit ihm viele seiner Generation befanden. Die Betroffenen sind für ihn Opfer und Schuldige zugleich.

Heisig ist laut Kunstkritiker Eduard Beaucamp „der große Moralist der Gegenwartskunst. Kein anderer Künstler hat in so umfassender Weise malend über die deutsche Geschichte, Pathologie und Schuld, über menschliche Verführungen, Irrwege, Lebenslügen, Abgründe und Gewalttätigkeiten nachgedacht“. Gezeigt werden 31 Blätter der Folge aus den Jahren 1965 bis 2005.

In ihrer Reihe von Lesungen haben die Kunstfreunde Bergstraße am 22. August, Donnerstag, den promovierten Kunsthistoriker Benno Lehmann von der Universität Heidelberg zu Gast. Er wird ab 19.30 Uhr im Eduard-Schmidt-Saal des Bürgerhauses Sonne in Alsbach über die Maler des Odenwaldes und der Bergstraße referieren. Dazu schreiben die Veranstalter:

Die Bergstraße wurde von Malern zu Beginn des 19. Jahrhunderts entdeckt. Die geografische Lage mit den Höhen des Odenwaldes, den Schlössern, Burgen und Ruinen und der weiten Rheinebene bietet eine großartiger Motivvielfalt, die die Künstler in der Auffassung der romantischen patriotischen Bewegung, dem malerischen Realismus, wie auch in impressionistischer und expressiver Ausdrucksweise umsetzten. Damit entstanden im Laufe der Jahrhunderte interessante und spannungsvolle Veduten, ausgeführt in unterschiedlichen Maltechniken. Auch für die heutigen Maler besitzt die Bergstraße noch immer ihre eigene Faszination. Benno Lehmann ist dem Bergsträßer Publikum bereits durch zahlreiche Vorträge in seiner eloquenten und unterhaltsamen Weise bekannt.

Sehnsuchtsorte im Ried

Am 22. September, Sonntag, wird ebenfalls im Eduard-Schmidt-Saal die Reihe mit einer Lesung von Ralf Syplie fortgesetzt. Er liest ab 19.30 Uhr aus seinem neuen Buch über Kleinode im Groß-Gerauer Land. Ralf Syplie ist ein weitgereister Mann. Geboren in Berlin, wo er einst Elektrotechnik studierte, zog es ihn 1968 nach Südhessen, wo er auch heute noch lebt. In den vergangenen zwanzig Jahren erschienen Sachbücher, Romane und Biografien von ihm.

Jetzt hat er sich mitten im Hessischen Ried umgetan; genauer: im Kreis Groß-Gerau – dem „Gerauer Land“. In Orten mit so wundersamen Namen wie Trebur, Ginsheim, Kühkopf, Riedstadt, Goddelau oder Mörfelden fand er beachtenswerte Kostbarkeiten. Davon erzählt er in seinem neuen Buch. Es sind Preziosen, die der Autor Geschichten erzählen lässt und mit zahlreichen Fotografien liebevoll vor Augen führt. Bereits während der Lektüre verwandeln sich Standorte, an denen die meisten Menschen achtlos vorübereilen, zu Sehnsuchtsorten – Sehnsuchtsorte, die der Leser umgehend selbst besuchen will.

Der Eintritt bei den Lesungen der Kunstfreunde Bergstraße ist frei; es wird jedoch um Spenden zur Deckung der Kosten gebeten. red

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel