Zwingenberg

Volkstrauertag Gedenkveranstaltung stand unter der Jahreslosung der christlichen Kirchen

Mit Leidenschaft und Kreativität für Frieden einsetzen

Archivartikel

Zwingenberg.„Suche Frieden und jage ihm nach“ (Psalm 34, Vers 5) – die Jahreslosung 2019 der christlichen Kirchen stellte Christian Hilsberg am Sonntag in den Mittelpunkt seiner Ansprache zum Volkstrauertag. Der Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Zwingenberg gestaltete gemeinsam mit Bürgermeister Holger Habich in der Kapelle auf dem Zwingenberger Friedhof eine Gedenkstunde, die den Toten der beiden Weltkriege und dem Frieden in der Welt gewidmet war. Vor rund 40 Teilnehmern trat Hilsberg dafür ein, die Jahreslosung wörtlich zu nehmen und sich „mit Ausdauer, Leidenschaft und Kreativität“ für den Frieden einzusetzen. Wo ein Mensch erkenne, dass sein Gegenüber – egal welcher Herkunft, Weltanschauung oder Religion – „als Kind Gottes in diese Welt gesetzt wurde“, da sei Frieden möglich. Und eben das sei Gottes Wille: „Nicht Krieg und Gewalt, sondern Friede und Versöhnung.“ Zuvor hatte Rathauschef Habich im Beisein von Stadtverordnetenvorsteherin Birgit Heitland und in Anwesenheit von Politikern aller im Kommunalparlament vertretenen Parteien die „treue Gemeinde“ begrüßt, die sich Jahr für Jahr zur Gedenkstunde aus Anlass des Volkstrauertags einfindet. Habich erinnerte 100 Jahre nach der Gründung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge (2019), der nach dem Ende des Ersten Weltkriegs (1914 bis 1918) erstmals im Jahr 1922 zu einer Gedenkfeier eingeladen hatte, an die Geschichte des Volkstrauertags und seine unterschiedlichen Deutungen:

Abkehr vom Hass

Reichstagspräsident Paul Löbe hatte 1922 bei der ersten Gedenkstunde im Deutschen Reichstag eine im In- und Ausland vielbeachtete Rede gehalten: „Leiden zu lindern, Wunden zu heilen, aber auch Tote zu ehren, Verlorene zu beklagen, bedeutet Abkehr von Hass, bedeutet Hinkehr zur Liebe, und unsere Welt hat die Liebe not.“

1934 schafften die nationalsozialistischen Machthaber dann den mahnenden und versöhnenden Charakter des Gedenkens ab und machten einen staatlich verordneten „Heldengedenktag“ daraus. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs (1945) und der Gründung der Bundesrepublik Deutschland (1949) wurde der Volkstrauertag vom Volksbund im Jahr 1950 erneut eingeführt.

Holger Habich beendete seinen Impuls zum Volkstrauertag mit dem Sprechen des Totengedenkens (Text auf dieser Seite), das 1952 von Bundespräsident Theodor Heuss eingeführt wurde. Musikalisch gestaltet wurde die Gedenkfeier zum Volkstrauertag vom „Quartett“ des Gesangvereins Sängerkranz sowie der Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr Zwingenberg. An die Veranstaltung in der Friedhofskapelle der Kernstadt schloss sich eine Gedenkfeier im Stadtteil Rodau an. mik

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