Zwingenberg

Prozess Gericht verurteilt 30-jährigen Kosovaren wegen Beihilfe zum versuchten Einbruchdiebstahl

Nur Schmiere gestanden

Archivartikel

Zwingenberg/Bensheim.Ein 30 Jahre alter, einschlägig vorbestrafter Kosovare wurde vom Amtsgericht in Bensheim wegen Beihilfe zum versuchten Einbruch zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten ohne Bewährung verurteilt. Wegen ähnlicher Straftaten war er von einem Gericht in Heidelberg bereits mit einer Gefängnisstrafe von über zwei Jahren bestraft worden. Diese verbüßt er derzeit noch bis Februar 2019.

Bei dem Angeklagten handelt es sich um einen Landsmann jenes Einbrechers und Diebes, gegen den das Schöffengericht Ende August wegen versuchten und vollendeten Einbruchs in Wohnungen in Auerbach und Zwingenberg eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und zwei Monaten verhängt hat. Beide Komplizen sagten vor Gericht aus, dass der 30-Jährige erst einen Tag vor dem gescheiterten Einstieg in eine Parterrewohnung in Zwingenberg am 25. Februar 2018 in die Bundesrepublik eingereist sei und mit der Auerbacher Straftat nichts zu tun habe.

Das Amtsgericht konnte diese Angaben trotz erheblicher Zweifel nicht widerlegen. Wohl aber platzt das angebliche Motiv des Angeklagten, das dieser für seinen Aufenthalt in Deutschland genannt hatte. Im Prozess am Montag sagte er aus, er habe seine hier lebende rumänische Frau besuchen wollen. Laut einer Zeugin hält sich diese jedoch im Kosovo auf.

Von dem geplanten Coup in Zwingenberg habe er zwar gewusst, dabei aber lediglich Schmiere gestanden. Die Täter mussten ihr Vorhaben schließlich abbrechen, da sie vom Sohn des Wohnungseigentümers überrascht wurden. Auf ihrer Flucht versteckten sich die beiden Profis in den Weinbergen zwischen Zwingenberg und Auerbach. Mittels einer Wärmbildkamera wurden sie vom Polizeihubschrauber entdeckt und festgenommen (wir haben berichtet).

Begehrte Beute der Einbrecher waren Schmuck, Bargeld und Zigaretten. Mit der vorläufigen Verhaftung des Duos im Februar dieses Jahres habe eine lang anhaltende Serie von 56 Wohnungseinbrüchen nach immer dem gleichen Muster schlagartig aufgehört, dies hatte ein Polizeibeamter, der seinerzeit einer Sondereinheit des Fahndungsdienstes der Bergsträßer Kriminalpolizei angehörte, ausgesagt. gs

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