Zwingenberg

Nibelungenkunstwerk

Rechteckig und platt – eindeutig Bauhausstil

Archivartikel

Nun ist es da, das Nibelungenmonument und darf bewundert werden wie des Kaisers neue Kleider.

Auch ich möchte meiner Bewunderung Ausdruck verleihen. Allerdings gelingt es mir nicht, in dem leptosomen Hungerhaken jenen sagenhaften, frühmittelalterlichen Rabauken Siegfried zu erkennen, der einst den Drachen Fafnir erschlug, in dessen Blut badete und dadurch nahezu unverwundbar wurde. Der im weiteren Verlauf der Sage dem Zwerg Alberich den Nibelungenschatz und dessen Tarnkappe raubte und mit deren Hilfe dem schwächlichen Burgunderkönig Gunther zur Hochzeitsnacht mit dem nordischen Mannweib Brunhilde verhalf (Nibelungensage Teil 1).

Bewunderung mit Busch-Zitat

Meine Bewunderung möchte ich daher mit den Worten von Wilhelm Busch, dem großen deutschen Maler, Dichter und Denker begründen, der im 19. Jahrhundert den Kunstmaler Klecksel in der gleichnamigen Bildergeschichte sagen ließ:

„Mit scharfem Blick nach Kennerweise, seh’ ich zunächst mal nach dem Preise. Und bei näherer Betrachtung, steigt mit dem Preise auch die Achtung.“

Selbst mit Tarnkappe – Siegfried wäre dann naturgemäß unsichtbar – blieben unter diesem Aspekt die mächtigen Sockel zu würdigen. Kunstkenner haben sicher schnell erkannt: Rechteckig und oben platt – eindeutig Bauhausstil.

Hans-Dieter Paulsen

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