Zwingenberg

Kultur Am 25. und 26. September gibt es eine Neuauflage von „Ein Bericht für eine Akademie“

Renneisen mit zwei Klassikern im Mobile

Archivartikel

Zwingenberg.Das Theater Mobile weist auf ein Gastspiel des Schauspielers Walter Renneisen hin, der am 25. und 26. September, Mittwoch und Donnerstag, jeweils ab 20 Uhr mit „Ein Bericht für eine Akademie“ auf der Bühne stehen wird. Weder für den in Auerbach lebenden Träger des Adolf-Grimme-Preises noch für das Mobile handelt es sich bei dieser Inszenierung um eine Premiere: Renneisen hat mit seiner eigenen Version des bekannten Franz-Kafka-Stoffes schon mehrfach – überaus erfolgreich – im Gewölbe des Alten Amtsgerichts (Obertor 1) gastiert.

Bestandteil des „Ein Bericht für eine Akademie“-Programms ist nach der Pause – die Inszenierung von Anton Tschechows Einakter „Über die Schädlichkeit des Tabaks“. Premiere feierte der mittlerweile 79 Jahre alte Mime mit dieser von ihm produzierten Stücke-Kombination am 12. Dezember 1998 in der Alten Oper in Frankfurt.

Die in Szene gesetzte Rede an die „hohen Herren der Akademie“ dramatisiert einen 1917 geschriebenen, elf Buchseiten umfassenden Prosatext von Franz Kafka: Eine abgründige Parabel, in der Kafka einen Affen über seine Menschwerdung berichten lässt.

Der Affe Rotpeter, der einst das Gefühl der Freiheit kannte, sich nun aber von Menschen gefangen sieht, sucht einen Ausweg aus seiner misslichen Lage. So beschließt er, von seiner ursprünglichen Natur Abschied zu nehmen und Mensch zu werden. Vor einem Akademiepublikum gibt er den Bericht seiner selbstgewähIten Entwicklung und definiert sinnfällig seinen humanen Status. Das Ganze gerät zu einer eindrücklichen Parabel über die Freiheit.

Ivan Ivanovitsch Njuschin, „Mann seiner Frau“, wie ihn Tschechow charakterisiert, ist das Opfer seiner Frau. Im ehelichen Joch hat er jede Freiheit verloren, ist zu dem dressierten Affen seiner Frau geworden. Von ihr angehalten, muss er, obschon selbst Raucher, in der Öffentlichkeit „Über die Schädlichkeit des Tabaks“ referieren. Doch will ihm das Thema nicht gelingen:

Sein Vortrag misslingt kläglich und enthüllt letztlich nur seine erbarmungswürdigen Lebensverhältnisse. Der Zuschauer erlebt ein groteskes Kammerspiel über die Leere des Lebens. Eintrittskarten gibt es im Vorverkauf beim Copyshop Zwingenberg (Darmstädter Straße 10) oder per E-Mail: theater@mobile-zwingenberg.de. Eventuell vorhandene Restkarten sind an der Abendkasse erhältlich, die eine Stunde vor Vorstellungsbeginn öffnet. red

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel