Zwingenberg

Rückblende: Im Gewölbekeller mauerten die „Mobilisten“

Archivartikel

Die „Neue Theatergruppe Bensheim“ von Andreas Margowski war auf der Suche. Nach Aufführungen im Parktheater und später im Keller des Dalberger Hofs In Bensheim musste das ambitionierte Ensemble eine neue Bleibe ausfindig machen.

Grund: Der Keller wurde zu einer Bar umgebaut. Seither serviert die Gruppe Drinks an einer unterirdischen Theke in der ältesten Stadt an der Bergstraße.

Das attraktive Angebot der Stadt Zwingenberg, das Gewölbe unter dem Amtsgericht für die nächsten zehn Jahre pachtfrei zu bespielen, konnte man damals kaum ablehnen. Wenngleich der Deal eine ganze Menge Arbeit bedeutet hat: „Das war ein Kartoffel- und Kohlenkeller. Und genauso sah er leider auch aus“, erinnert sich Gabrielle Poitevin, die das Theater Mobile von Anfang an begleitet.

Man hatte sich gesucht und gefunden. Die Stadt mit ihrem Bürgermeister Peter Staikowski stellte den Ort und das Baumaterial, die Kulturarbeiter ihre Arbeitskraft. Fast ein Jahr lang wurde gemauert, gesägt und gestrichen. Und es hat sich gelohnt. Die Mobilisten haben dem Saal seine Stufen geschenkt, eine große Bühne gezimmert und die Technik installiert. Im hinteren Bereich, gleich neben der Theke, wurde ein kleiner Pavillon eingebaut, der aus einem ehemaligen Wintergarten stammte.

Doch das wichtigste Material war Herzblut. Selbiges fließt bis heute durch die Mauern des Gewölbekellers, der im 16. Jahrhundert unter dem einstigen Jagdschloss entstanden war. tr

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