Zwingenberg

Theater Mobile Die Schauspielerin und Sängerin beeindruckte in Zwingenberg mit "Herzdame. Bube sticht!"

Saskia Huppert ist Wunderkind und böses Mädchen zugleich

Zwingenberg.Liebe - Amore - Love! Kein anderes Thema zaubert den Menschen ein so strahlendes Lächeln ins Gesicht, weckt Sehnsüchte, bringt Erinnerungen zurück oder lässt Erwartungen Raum und verursacht ein Kribbeln im Bauch. Mann und Mann, Frau und Frau, oder ganz traditionell Frau und Mann - egal in welcher Konstellation. Die Liebe macht das Leben lebens- und liebenswert, interessant und abenteuerlich - und manchmal verursacht sie auch Schmerzen.

Saskia Huppert hat die Liebe in all ihren Facetten und Abgründen zum Thema ihres ersten Soloprogramms gemacht, das sie unter dem Titel "Herzdame. Bube sticht!" nach einem Konzept von Iris Stromberger im gut besuchten, ganz in die Farbe Rot getauchten Theaterkeller Mobile Zwingenberg vorstellte. Und damit genau ins Schwarze - will sagen - ins Herz ihrer Zuhörer traf.

Ein Mann als Begleiter am Flügel - Erich, alias Michael Erhard -, ein knallrotes Herz, ein Bistrotisch und eine Flasche Rotwein, mehr brauchte die Schauspielerin und Sängerin nicht als Beigabe für ihr musikalisches Rendezvous zwischen Herzklopfen und Herztropfen.

Ob Mann, Freund oder Liebhaber - das männliche Geschlecht stand mit einer Vielzahl von Klassikern des Chansons und Texten von Friedrich Hollaender, Erich Kästner, Georg Kreisler und anderen eindeutig im Fokus des Abends. Und nicht immer kamen die Kerle "zwischen drollig und mollig" gut dabei weg. Und meist ging es nicht eben zimperlich zur Sache. Saskia Huppert verstand es mit Charme und Witz, selbst ziemlich angestaubte Lieder mit soviel Leichtigkeit und Esprit vorzutragen, dass es eine helle Freude war, ihr zuzuhören und zuzusehen.

Neandertaler - und Männer

Mal schlüpfte sie in die Rolle der Naiven, mal in die eines Singles, dann wieder war sie die perfekte Verführerin, das Wunderkind "La belle Elvira" vom Rummelplatz, das böse Mädchen vom Straßenstrich, das sich nichts mehr wünscht, als in die Arme ihres Akkordeonspielern zu sinken. Und dann war da auch noch die Jungfrau, die jeden Abend auf der Bühne zersägt wird und auf Rache sinnt.

Neandertaler, Hypochonder und Männer, die die Wahrheit nicht vertragen, Softies, Traumprinzen, Luschen und Lumpe nahm Huppert bei ihrer Suche nach dem Richtigen unter die Lupe. Von Liebesdramen und Affären, von kleinen und großen Katastrophen, von der Liebe auf den ersten Blick und vom betrogen werden, von echten Gefühlen und Gefühlsduseleien, von rabiaten Liebhabern und verantwortungslosen Verführern sang sie so voller Hingebung, dass man einfach nicht anders konnte, als sie neben ihrer Stimme für ihre Wandlungsfähigkeit und ihr schauspielerisches Talent zu bewundern. Dass sie die Nähe zum Publikum suchte und den direkten Kontakt neunzig Minuten lang nicht verlor, machte sie zusätzlich sympathisch.

Die Besucher im Mobile-Keller waren jedenfalls von der gebürtigen Darmstädterin, die als Schauspielerin deutschlandweit auf zahlreichen Bühnen gestanden hat und oft im Fernsehen zu sehen war, so angetan, dass sie diese ohne mehrere Zugaben nicht gehen ließen.

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