Zwingenberg

Das geistliche Wort Nicht durch Angst kleinkriegen lassen

„Sei kein Frosch“

„Darum fürchtet euch nicht…“ – so beginnt das Evangelium in Matthäus 10, 26 bis 33. Eigentlich eine Zumutung in Zeiten von Corona! Ist mit „nicht fürchten“ gemeint, dass wir uns als Christen naiv allem hingeben und denken sollen, dass Gott uns schon beschützen wird? Ich glaube nein! Gott hat uns nicht den Verstand gegeben, um ihn nicht zu gebrauchen. Im Gegenteil: Nicht zuletzt unser Verstand macht uns ihm ähnlich, wie es in den Schöpfungserzählungen der Bibel heißt.

Wie also als Christ mit (der Angst vor) Corona umgehen? Ich glaube, es ist eine doppelte Strategie nötig: Zum einen die rational begründete Furcht zulassen. Und dabei zuzugestehen, dass das Leben lebensgefährlich ist, wie ja auch das Lebensbeispiel Jesu zeigt. Zum anderen sollten wir nicht in Fatalismus verfallen – so nach dem Motto „wir können ja eh’ nichts ändern“.

Der Glaube, dass mit dem leiblichen Tod nicht alles aus ist, unterscheidet Christen von allen Ideologien, die meinen, den Himmel auf Erden selbst erschaffen zu können. So müssen wir nicht immer frustriert sein, weil wir nicht das Paradies schaffen können. Wir müssen uns nicht überfordern. Und unsere Seelen sterben nicht durch Angst, auch nicht durch die Furcht vor einer realen Gefahr wie dem Coronavirus. Denn: Wir können nie tiefer fallen als in Gottes Hand.

Lasst uns „strampeln“, um eine positive Veränderung herbeizuführen. Sehr schön beschreibt das, was ich damit meine, eine Frosch-Geschichte: Zwei Frösche sprangen auf einer Weide in einen Eimer, der zur Hälfte mit Milch gefüllt war. Aber schon bald erkannten sie, dass sie auf normalem Weg nicht wieder herauskommen würden. Es fehlte ihnen einfach die Sprungfläche. Sie ruderten und ruderten, bis schließlich einer der Frösche sich sagte, dass es doch keinen Sinn habe, sich abzumühen für nichts und wieder nichts. Er hörte auf zu rudern, streckte alle viere von sich und ertrank. Der andere ließ sich nicht entmutigen. Er ruderte weiter und ruderte so lange, bis die Milch zu Butter geworden war. Dann setzte er sich darauf und sprang ab und sprang in die Freiheit.

Also: Lass dich durch Angst nicht kleinkriegen, sei (k)ein Frosch!

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