Zwingenberg

Politik Ausschüsse billigen drei Laternen für zwei K 67-Abzweige

Solar-Lampen sollen Radlern heimleuchten

Zwingenberg.„Gut Ding will Weile haben“, weiß der Volksmund: Alles braucht Zeit, wenn es gelingen soll. So ist es auch in Sachen Radwegebeleuchtung zwischen Zwingenberg und Rodau – fast schon eine unendliche Geschichte:

Nachdem die durch den Aufprall eines Autos zerstörte Laterne, die den Kreuzungsbereich K67/A5 – und damit den kreuzenden Radweg – erhellt hat, vor wenigen Monaten dann doch durch eine neue ersetzt wurde (das sollte eigentlich nicht geschehen), gehen Stadtverwaltung und Politik auf dem Weg der Erleuchtung einen weiteren Schritt: Demnächst sollen die beiden K67-Einmündungen Kläranlage/Kompostierungsanlage sowie Parkplatz Niederwaldsee mit Laternen versehen werden.

Der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss (BPU) sowie der Haupt- und Finanzausschuss (HFA) der Stadtverordnetenversammlung billigten in ihren jüngsten Sitzungen einen entsprechenden Beschlussvorschlag des Magistrats. Die Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung steht noch aus, sie tagt am nächsten Donnerstag ab 19 Uhr im Diefenbachsaal des „Bunten Löwen“. Angesichts des einstimmigen Votums im BPU und dem nahezu einstimmigen Beschluss im HFA stehen die Chancen jedoch gut, dass auch das höchste Beschlussgremium der Stadt zustimmen wird.

Allerdings gibt es noch eine weitere Hürde zu überwinden: Weil es sich bei der K67 um eine Kreisstraße handelt und der Landkreis seine Zuständigkeit dafür an die Landesbehörde Hessen Mobil übertragen hat, muss auch von dort noch eine Zustimmung eingeholt werden.

Die Kraft der Sonne nutzen

Sind dann schließlich alle befragt, zufrieden und einverstanden, dann soll der für Zwingenbergs Straßenbeleuchtung zuständige Energieversorger GGEW den Auftrag für die Installation erhalten. Weil das Verlegen von Stromkabeln das Projekt enorm verteuern würde, soll die Kraft der Sonne genutzt und akkubetriebene Solarleuchten vom Typ „Protos 200“ sollen die Nacht zum Tag machen. Die gefallen zwar Bürgermeister Holger Habich nicht, der hätte gerne die etwas schickeren – aber auch teureren – „Merkur 300“-Leuchten installieren lassen, doch die Parlamentarier waren sich einig: „Wir sollten sparen“, so CDU-Stadtverordneter Giacomo Tasca. Für die SPD-Fraktion, die das Thema Radwegebeleuchtung seit Jahren immer wieder in die politische Debatte einbringt und auf deren Initiative auch das aktuelle Projekt zurückgeht, freute sich Peter Kaffenberger zwar darüber, „dass Bewegung in die Sache kommt“, nicht aber darüber, dass nur einzelne Lichtpunkte gesetzt werden. Die Sozialdemokraten würden nach wie vor „gerne die gesamte Strecke beleuchten“.

Abgespeckte Variante

Das hatten sie ursprünglich im Mai 2018 auch beantragt, aber letztlich stimmte das Parlament bei der Beauftragung des Magistrats, sich des Themas erneut anzunehmen, nur einem von der FDP unterbreiteten Kompromissvorschlag zu. Und die Liberalen waren nun mal fürs Abspecken, also die Beschränkung auf das Ausleuchten der Kreuzungsbereiche. FDP-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Dams blieb auch in der aktuellen Debatte bei dieser Auffassung: „Ein guter Kompromiss.“ Seine Partei zumindest werde weiteren Ausbaustufen nicht zustimmen.

Immerhin schaffte es die SPD, die Formulierung „zunächst nur“ in den Beschluss einbauen zu lassen: Damit sollen offen bleiben, ob nach der Installation von einer Lampe am K67-Abzweig Kläranlage/Kompostierungsanlage und zwei Lampen am Abzweig Parkplatz Niederwaldsee in den nächsten Jahren noch weitere folgen werden.

Im Haushaltsplan der Stadt stehen für die „punktuelle Beleuchtung neuralgischer Punkte“ zurzeit 60 000 Euro zur Verfügung. Die werden jetzt aber nicht aufgebraucht: Die drei „Protos 200“-Laternen kosten 13 905 Euro (brutto), für die schickeren „Merkur 300“-Leuchten hätte die Kommune 15 708 Euro (brutto) investieren müssen. Aber die Ästhetik spielte ja – sehr zum Bedauern von Rathauschef Habich – keine Rolle…

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