Zwingenberg

Das geistliche Wort Das Leben in Beziehung zu Gott gestalten

Thunfischbaguettes als Wüsten-Mana

Krankenhausseelsorgerin Anke Prumbaum erzählte am vergangenen Sonntag im ZDF-Gottesdienst diese Geschichte: Die Schwesternschülerin macht abends mit ihrem Mann zusammen ein Thunfischbrötchen und bringt es am nächsten Tag der Patientin mit, weil die sich so sehr ein solches Baguette gewünscht hat.

Diakonie-Präsident Ulrich Lilie nennt diese Geste in seiner Predigt „Thunfischbaguette als Mana in der Wüste“.

Dieses Bild fasst zwei Welten zusammen, die wir heute manchmal künstlich trennen wollen: Das normale Leben mit all den kleinen und großen Freuden, auf die wir derzeit häufig verzichten müssen; und das religiöse Leben, aus dem das Bild vom Mana in der Wüste stammt. Mit dem Mana rettet Gott zum wiederholten Male das Volk Israel. Das Volk Israel war in der Sklaverei in Ägypten und hat unter Ausgangssperren, Prügel und Tod gelitten. Gott hat dann eingegriffen, weil er will das Leben gewinnt und Liebe und Solidarität sich durchsetzen. Er hat sein Volk in die Freiheit geführt.

Sind das „normale Leben“ und „Beziehung zu Gott haben“ eigentlich Gegensätze? Thunfischbaguette als Mana in der Wüste?

Ich bin überzeugt davon, dass jede gute Tat ein Spiegelbild der Taten Gottes ist. Jedes Tun, das den anderen Menschen in den Blick nimmt, kann eine Form von Gottesdienst sein. Und jeder Gottesdienst in der Kirche soll in das Tun für die Menschen hineinführen. Wir Christinnen und Christen feiern uns nicht selbst, sondern wir feiern, dass mit der Auferstehung Jesu Christi das Leben und die Liebe gewonnen haben. Aber das muss man nicht mal glauben, um für andere Menschen da zu sein. Das ist für viele nur eine großartige Motivation, wie für die Schwesternschülerin im Bethanienkrankenhaus in Mörs.

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