Bruhrainer Zeitung

Schwerpunktkontrolle Polizei und Verkehrsbetriebe in der Nacht auf Sonntag im Großeinsatz / Mehrere Festnahmen wegen Drogen

203 Schwarzfahrer erwischt

Karlsruhe.Bei einer erneuten gemeinsamen Schwerpunktkontrolle der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) und der Polizei sind in der Karlsruher Innenstadt 203 Schwarzfahrer erwischt worden. In der Nacht zum Sonntag seien etwa 30 Fahrscheinprüfer der VBK und 40 Polizisten im Tram- und Stadtbahnverkehr im Einsatz gewesen, teilten das Unternehmen und die Behörde am Sonntag mit. Ziele der Aktion seien, das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste zu stärken und Straftaten zu verhindern.

Bei den sieben Stunden dauernden Kontrollen wurden demnach auch Verfahren wegen anderer Delikte eingeleitet. Acht Personen hatten laut Polizei Drogen bei sich, gegen vier wird nun wegen eines Verstoßes gegen das Aufenthaltsgesetz ermittelt. Am frühen Morgen seien die Kontrollierten auch vermehrt aggressiv gewesen und hätten die Polizisten beleidigt. Dabei sei ein Beamter verletzt worden.

Räumlicher Schwerpunkt der Kontrolle war wieder der Innenstadtbereich zwischen Europaplatz, Hauptbahnhof und Kronenplatz. Gegen 20 Uhr hatten die Teams von VBK und Polizei am Samstagabend mit ihrem gemeinsamen Einsatz begonnen. Die Polizei legte ihren Fokus dabei besonders auf den Europaplatz: „Wir stellen dort seit ein paar Monaten einen Anstieg der Rauschgiftkriminalität fest. Deshalb wollten wir hier gerade an einem Samstagabend Präsenz zeigen, wenn der Platz immer sehr voll und ein anderes Publikum unterwegs ist als tagsüber während der Ladenöffnungszeiten“, erklärte Rolf Geckle, Einsatzleiter der Polizei. „Viele Personen sind gerade zu später Stunde auch stark alkoholisiert, so dass Konflikte mit anderen Besuchern der Innenstadt dann leider nicht ausbleiben.“

Präsenz soll abschrecken

Die Polizei setzte bei den Schwerpunktkontrollen vor allem auf Prävention: „Wir versuchen, durch die Präsenz unserer uniformierten und zivilen Kräfte sowie durch schnelles Einschreiten viele Straftaten schon im Keim zu ersticken. Dieses Konzept hat sich bereits bei den vergangenen Schwerpunktkontrollen bewährt“, so Geckle. Zudem böten die Schwerpunktkontrollen der Polizei die Möglichkeit, verstärkt Fahndungs- und Kontrollmaßnahmen durchzuführen und damit den Druck auf potenzielle Straftäter hochzuhalten. „Auch die Fahrgäste begrüßen die sichtbare Polizei-Präsenz gerade in den Abend- und Nachtstunden. Die Rückmeldungen, die uns aus der Bevölkerung zu den Schwerpunktkontrollen erreichen, sind sehr positiv“, so der Einsatzleiter.

Für VBK und Polizei sind die gemeinsamen Kontrollmaßnahmen inzwischen schon fast zur Routine geworden: Bereits im dritten Jahr setzen sie diese regelmäßig um. „Auch wenn das Zusammenspiel von so vielen Einsatzkräften viel Planungsarbeit im Vorfeld und ebenso viel Kommunikation während des Einsatzes erfordert, sind die organisatorischen Abläufe inzwischen gut eingespielt“, lobt Mary Joyce, Leiterin des VBK-Fahrausweisprüfdienstes, die gute Zusammenarbeit mit der Polizei.

Fanden die Großkontrollen bislang immer in Nächten von Freitag auf Samstag statt, wählten VBK und Polizei diesmal den Samstag für ihren gemeinsamen Einsatz aus. „Ein bisschen war dies auch dem KSC-Spiel gegen Jena am Freitagabend geschuldet, das auch viele Kräfte bei den VBK und der Polizei gebunden hat“, so Joyce. „Aber wir wollten auch bewusst eine Schwerpunktkontrolle an einem Samstagabend durchführen, weil dann gerade in der Innenstadt noch mal ein bisschen mehr los ist als an anderen Tagen. Wir werden Schwerpunktkontrollen aber sicherlich auch einmal an einem ganz normalen Wochentag durchführen“, kündigt Joyce an.

Für die VBK lag der Fokus erneut darauf, das so genannte Erschleichen von Leistungen aufzudecken und zu ahnden. Denn das Fahren ohne gültigen Fahrausweis ist laut Strafgesetzbuch eine Straftat.

Neben 203 Anzeigen wegen Erschleichens von Leistungen, wurden acht Personen wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz angezeigt. In zwei Fällen hatten die kontrollierten Person augenscheinlich Ausweisdokumente anderer Personen bei sich.

In den frühen Morgenstunden kam es dann zu zwei Beleidigungen gegenüber Polizeibeamten und zu zwei Widerstandshandlungen, bei denen ein Beamter leicht verletzt wurde. Vier Personen waren durch Staatsanwaltschaften und Gerichte gesucht worden, da ihr Aufenthalt unbekannt war. Weil sie erheblich betrunken waren, wurden außerdem zwei Personen in Gewahrsam genommen. beju/pol/lsw