Bruhrainer Zeitung

Spende Fasnachtsband unterstützt Waldpiraten-Camp / Krebserkrankte können sich dort Mut machen und im Kletterpark auspowern

5281 Euro für Kinder gesammelt

Archivartikel

Bruhrain/Heidelberg.„Ein Leben ohne Lachen ist ein verlorener Tag.“ Dieses Zitat von Charlie Chaplin verbindet Fasnachter und Karnevalsfreunde und das Waldpiraten-Camp der deutschen Kinderkrebsstiftung. Eine bunte Truppe von 30 Hoheiten, Herzdamen, Elferräten, Vereinsvorständen und Vertretern verschiedener Fasnachts- und Karnevalsvereine der Region machten sich zusammen mit einigen Mitgliedern der Fasnachts-Bigband „Tobbmaster Fitsch and the fabulous Fernando Horns“ auf den Weg nach Heidelberg zu einem besonderen Besuch.

Die Band um Matthias Knebel mit Markus Nitsche, Tobias Heißler, Felix Knebel, Dominik Knebel, Christian Schaaf, David Haggenmüller, Fabian, Sebastian Stadler, Christian Fuchs, Sebastian Bader und Udo Hirschinger hatte in der vergangenen Fasnachtskampagne sämtliche Auftrittsgagen als Spende gesammelt.

Bei 13 Auftritten in Rheinhausen, Rheinsheim, Philippsburg, Hockenheim, Altlußheim, Ketsch, Hambrücken, Forst, Unteröwisheim und Wiesental sowie bei privaten Spendern kamen dabei 5281,66 Euro zusammen. Darin enthalten sind etwa 20 Prozent aus den Unterstützern eines Youtube Adventskalenders der Brüder Matthias und Dominik Knebel.

Mitmachaktionen für Kinder

Die Spende bekommt das Waldpiraten-Camp. Dies ist eine in Deutschland einzigartige Freizeiteinrichtung der Deutschen Kinderkrebsstiftung, die krebskranken Kindern hilft, Mut und Kraft zu tanken. Heiko Wabnitz, seit zehn Jahren Betreuer, gelernter Krankenpfleger und Erzieher, führe die Besucher durch das Camp. Die Kinder sollen hier „eine Pause von der Erkrankung“ einlegen und einfach Spaß haben. Die sonst heiteren Fasnachter waren beeindruckt und einen Moment lang nachdenklich und ruhig. Das Konzept ist jedoch so durchdacht aufgebaut und bei den vielen bunten Bildern (zum Beispiel in der Mitmach-Werkstatt) und den Erlebnismöglichkeiten lacht nicht nur die Sonne – sondern auch die Besucher. Der bunte Rabe mit Piratenkopftuch ist allgegenwärtig und macht Mut. Der ist zum Beispiel im Kletterpark gefordert. In schwindelerregenden Höhen kann hier sogar mit einem Rollstuhl die eigene Tapferkeit getestet werden. Übernachtet wird in verschiedenen Hütten-Dörfern. Die jüngeren Kinder von neun bis 15 Jahren bewohnen zwei bis drei-Bett-Zimmer mit Betreuern im Haus.

Ein Gemeinschaftsraum sorgt dafür, dass niemand allein ist. Die Größeren, die jetzt in den Osterferien 16 und 17 Jahre alt sind, lernen viel voneinander, wie Wabnitz erzählt. Sich gegenseitig Mut machen und das Selbstbewusstsein stärken, sind die Ziele. Ein neues Hobby entdecken, oder im „Piratennest“ – einem Gemeinschaftsraum mit Dachterrasse und beschützt von in Holz geschnitzten Gesellen einfach mal die Seele baumeln lassen.

Das Angebot des Waldpiraten-Camps umfasst auch ein „Junge Leute Seminar“, das sich mit angepassten Themen für spät-erkrankte junge Erwachsene befasst. Die Karnevalisten waren beeindruckt, von der Vielfalt des Angebotes, aber wie Harald Weis von der KaGe Narhalla Philippsburg sagt: „Es ist traurig, dass für solche Einrichtungen überhaupt gesammelt werden muss.“