Bruhrainer Zeitung

Tag des offenen Denkmals Es kommen so viele Menschen wie nie zuvor / Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup lobt engagierte Bürger

Alte Bahn zieht Besucher an

Archivartikel

karlsruhe.Zum Tag des offenen Denkmals kamen so viele Menschen wie nie zuvor zu den Angeboten der Akteure. Rund 12 000 Interessierte waren am vergangenen Sonntag in der Fächerstadt auf den Beinen und besuchten die verschiedenen geöffneten Denkmale, wie es gestern in einer Pressemitteilung der Karlsruher Marketing und Event hieß.

„Wir hatten so viele Besucher, wir mussten sie in Zeitgruppen einteilen, sonst wären wir überrannt worden“, berichtete etwa Patrick Müller von der Ölmühle in Daxlanden. Und auch Roland Jourdan hat Grund zur Freude: „Die Führung über den Waldenserweg Palmbach war die meistbesuchte im ganzen Jahr“, ist er sich sicher.

Auch im historischen Straßenbahndepot, das seit 1899 besteht, war viel Trubel um die alten Wagen zu vernehmen. Rund 1000 Besucher waren es alleine hier, die sich an den Infoständen und in den Fahrzeugen informierten sowie viele neugierige Fragen stellten.

„Wir möchten hier unsere historischen Wagen weiterhin zeigen“, so Christian Boden, der sich ehrenamtlich engagiert und sonst bei den Verkehrsbetrieben Essen arbeitet. „Wir hoffen durch die gefundene Öffentlichkeit, die Hallen weiter erhalten zu können“, erklärte er mit Blick auf die Spendenbereitschaft.

Auf der Suche nach einer Unterstellhalle waren die Besucher dagegen bei der Dampfnostalgie Karlsruhe. Mit ihrem Dampfzug waren die Mitglieder und Interessierte auf den Schienen um die Fächerstadt herum unterwegs. „Es macht mir große Freude. Gerade hatte ich ein Wiedersehen mit einem Paar, das früher den Speisewagen bewirtschaftet hat“, sagte Lockführer Hans-Peter Fantoli strahlend und fügte noch hinzu: „Rollende Denkmale sind sehr spektakulär“.

Eine schöne Atmosphäre herrschte ebenfalls in der evangelisch-lutherischen Simeonkirche, wie es in der Mitteilung weiter heißt. „Auch außerhalb der Führungen waren permanent Menschen da“, sagte Pfarrer Christian Bereuther. Liebhaber der Kirchenmusik kamen bei einem Orgelspaziergang in mehreren Gotteshäusern auf ihre Kosten. Zu sehen gab es am Tag des offenen Denkmals aber auch denkmalgeschützte Wohnhäuser, Kirchtürme und Verwaltungsgebäude. Das badische Landesmuseum empfing ebenfalls wie die staatliche Kunsthalle und das ZKM die denkmalbegeisterte Öffentlichkeit.

„Mehr als Statuen oder Bauten“

Eröffnet wurde der Tag des offenen Denkmals im Bundesgerichtshof. Dort, im einstigen abhörsicheren großen Sitzungssaal, sagte Katrin Schütz, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau in Baden-Württemberg: „Beim Denkmaltag geht es um mehr als Statuen oder Bauten. Auch wenn wir beispielsweise Kirchen, Theaterbauten und Schlösser an diesem Tag besonders würdigen, wollen wir zeigen, dass Denkmale verbinden und Brücken schlagen können: Zwischen Baustilen, Regionen, Kulturen und Menschen.“ Die Europäer hätten ein gemeinsames kulturelles Erbe. „Diese gemeinsamen kulturellen Wurzeln sollen wiederentdeckt und darüber Brücken zu den Menschen geschlagen werden“, erklärte die Staatssekretärin. Die Präsidentin des BGH, Bettina Limperg, wies dabei auf die Wichtigkeit des Rechts hin und die Pläne, mit dem „Forum Recht“ einen Ort zu schaffen, an dem dieses für die Bürger erlebbar wird.

Integriert darin solle dann auch der Sitzungssaal sein, der bislang nicht frei zugänglich ist. Der Karlsruher Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup würdigte insbesondere die vielen Akteure. Stadtgeschichte zu wahren sei originäre Aufgabe einer Stadt. „Denkmalschutz und Denkmalpflege lebt von einer engagierten Bürgerschaft, die bei der Erhaltung des kulturellen Erbes hilft“, so das Stadtoberhaupt. zg