Bruhrainer Zeitung

Rheintalhalle Rektor Ludwig Fleckenstein heißt die ABC-Schützen der Goetheschule willkommen / Drittklässler bereiten zur Begrüßung ein Theaterstück vor

Aufregung vor erster Unterrichtsstunde

Kirrlach.Lautes und aufgeregtes Stimmengewirr ertönt an dem wohl aufregendsten Tag für Schulkinder aus der Rheintalhalle. An den langen Tischen in der Mitte der Halle sitzen Eltern, Geschwister, Großeltern, Patentanten und Patenonkels. Die große Bühne auf der einen Seite der Halle ist mit bunten Basteleien dekoriert, auf der anderen Seite gibt es ein reichhaltiges Kaffee- und Kuchenbuffet und eine Waffeltheke.

Aber der Fokus liegt auf den zwei Stuhlreihen direkt vor der Bühne. Dort sitzen die 42 Erstklässler der Goetheschule ganz ungeduldig und fein herausgeputzt auf ihren Stühlen. Auf dem Boden vor ihnen, kreisförmig angeordnet, liegt das wichtigste Beiwerk: Prall gefüllt mit Spielsachen, Lernheften, Büchern, Kuscheltieren, Süßigkeiten und Anziehsachen warten die Schultüten nur darauf, von ihren Besitzern ausgepackt zu werden.

Nachdem sich alle Besucher auf ihren Plätzen eingefunden und das eine oder andere Stück Kuchen verspeist hatten, betreten die Schüler der dritten Klassen, alle in T-Shirts mit dem Schriftzug der Goetheschule gekleidet, die Bühne. Mit dem Lied "Willkommen hier bei uns im Haus" nehmen sie die neuen Schützlinge in ihren Kreis auf.

Nach einem großen Applaus betritt Rektor Ludwig Fleckenstein die Bühne und erinnert an den ersten Besuch der Erstklässler in der Goetheschule, den sie bei ihrem Vorschulprojekt als Teil ihrer Vorbereitung auf die Schule unternommen haben.

Fleckensteins Appell geht an die Eltern, die ihre Kinder auf deren Lebenswegen begleiten, ihnen mit Beginn der Schulzeit Stück für Stück mehr Freiraum geben und sie zur Selbstständigkeit erziehen sollen. Er spricht von einer "neuen Partnerschaft" zwischen Elternhaus und Schule, die vertrauensvoll gestaltet werden soll.

"Nehmen wir das Bild von einem Ruderboot", so Fleckenstein. "Eltern und Lehrer sitzen beide in diesem Ruderboot, das nur ans Ziel kommt, wenn beide in die gleiche Richtung rudern." Anschließend bedankte er sich bei den Eltern der dritten Klassen, die für die Bewirtung zuständig waren, bei Ersatzhausmeister Zimmermann, Lehrerin Berger und Lehrer Lauffer, die das Programm mit viel Einsatz und Kreativität vorbereitet haben.

Kleines Menschlein Nimmersatt

Den Abschluss des offiziellen Programms bildet ein Theaterstück mit Gesangseinlagen der dritten Klassen. Die bekannte Kinderlektüre "Die kleine Raupe Nimmersatt" wird dabei erstklässlergerecht umgewandelt zu "Das kleine Menschlein Nimmersatt", bei dem dieses sich jeden Wochentag durch etwas anderes isst. Dabei aber nicht - wie die kleine Raupe - durch Lebensmittel, sondern durch ein Lineal, ein Mäppchen, einen Ordner, und viele andere Schulmaterialien. Nachdem es am Sonntag ein Erstklässler-Lesebuch gegessen hatte, bleibt es zwei Wochen in einem Haus. Mit Schultüte und Schulranzen bepackt ist es nun ein Schulkind. Danach wird es spannend für die Erstklässler. Sie werden nacheinander aufgerufen und ihren neuen Klassen zugeteilt.

Die neue Klasse 1 a ging mit Klassenlehrerin Diefenbach in ihre erste Unterrichtsstunde und die 1 b mit Klassenlehrerin Helck. Dort wurden sie von ihren Eltern nach 40 Minuten wieder abgeholt, um den Abend im Kreis ihrer Familien und Freunde ausklingen zu lassen - und natürlich um endlich ihre Schultüten auszupacken.