Bruhrainer Zeitung

Die Koralle Géraldine Elschner gedenkt mit neuer Inszenierung aus „Ein alter Schuh“ dem Ende des Ersten Weltkriegs / Publikum läuft mit Protagonisten zum Friedhof

Autorin bindet Zitate aus Briefen ihrer Großeltern mit ein

Bruchsal.Das Theater die Koralle gedenkt in der Soirée „Ein alter Schuh?!“ – Wider das Vergessen! am Sonntag, 11. November, dem Ende des Ersten Weltkriegs.

Am Vortag des Kriegsausbruches des Ersten Weltkriegs beginnt die Geschichte von Oskar aus Dresden und Émile aus der flandrischen Stadt Ypern an der belgisch – französischen Grenze. Beide werden im Lauf des Krieges in Flandern an der Front stationiert. Von dort schreiben sie Briefe in ihre Heimat an ihre Frauen.

Beide Männer überleben und kehren nach Hause zurück, Èmile nach Nordfrankreich und Oskar nach Dresden. 1945 blickt Oskar von einer Anhöhe auf das brennende Dresden, wo seine Familie mitten im Inferno steckt.

Zwei Kriege prägen das Leben der beiden Männer und eine Versöhnung mit der Geschichte findet erst statt, als Oskars Sohn Gerhard eines Tages Èmiles Tochter Suzanne trifft und die beiden daraufhin heiraten.

In Flandern geboren

Die Autorin Géraldine Elschner hat, (als Enkeltochter der beiden Soldaten Émile und Oskar), diese eindrückliche Geschichte geschrieben und mischt die Erzählung mit Zitaten aus authentischen Briefen. „Der alte Schuh“, so der Originaltitel, entstammt einem Buch mit Erzählungen über den Ersten Weltkrieg: „Mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen“. Géraldine Elschner wurde 1954 in Flandern geboren, einer Landschaft, die wie keine andere von den Kämpfen des Ersten Weltkrieges geprägt wurde.

Zahlreiche Friedhöfe, Grabsteine und Denkmäler zeugen von der unerbittlichen Härte, mit der die Schlachten in dieser Region um Ypern geführt wurden. Das Theater die Koralle liest aus diesen Briefen in einer Soirée am Sonntag, 11. November,– dem Tag, an dem sich das Ende des Ersten Weltkrieges zum hundertsten Mal jährt.

Weg zum Kriegerdenkmal

Beginn der Soirée ist im Theater im Riff Bruchsal der Koralle am Sonntag um 18 Uhr. Im Laufe der Erzählung begibt sich das Publikum (mit Kriegsbeginn) gemeinsam mit den Protagonisten auf den Weg zum Kriegerdenkmal auf dem Friedhof Bruchsal. Die Geschichte verknüpft sich dort mit der Geschichte der Gefallenen, denen an diesem Ort gedacht wird.

Am Ende führt der Weg wieder in das Theater im Riff, wo das Ensemble einen Bogen schlägt von der „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“, wie der Erste Weltkrieg auch gerne bezeichnet wird zur Aussicht auf das heutige Europa.

Der Eintritt ist frei, warme Kleidung und festes Schuhwerk sind nach Angaben des Theaters sinnvoll. Bei starkem Regen findet die Veranstaltung komplett im Theater im Riff statt. zg