Bruhrainer Zeitung

Restaurierung In liebevoller Kleinarbeit bringt Reinhard Leisner seinen Mercedes auf Vordermann

Autos sind schon immer seine Leidenschaft

Waghäusel-Wiesental.Schon seit seiner Kindheit interessiert sich Reinhard Leisner für alles, was vier Räder hat. Vor allem Oldtimer haben es ihm angetan, schließlich schraubt und bastelt er gerne an technischen Teilen herum. In jahrelanger Arbeit hat der Kassier des 1. Oldtimer Clubs Waghäusel einen Mercedes Benz 250 SE auf Vordermann gebracht, ihn in liebevoller Kleinarbeit restauriert.

Pünktlich zum Ruhestand, im Jahr 2011, sagte seine Frau Gisela zu ihm: „Such dir noch mal ein Hobby, damit du was zu tun hast“. Da passte die Verkaufsanzeige eines Mercedes 250 SE von 1967 perfekt in das Konzept des Hobbyschraubers. In Saarbrücken erstand er das unrestaurierte Fahrzeug aus zweiter Hand, das spontan sein Herz eroberte. Schließlich ist 1967 auch das Jahr seines Umzugs aus seiner Heimat Holzminden im Weserbergland nach Wiesental.

Gleich nach dem Kauf machte sich der gelernte Elektromeister an die Arbeit. „Meine Autos müssen immer in Schuss sein, einen Mülleimer fahre ich nicht“, sagt er und lacht. Er zerlegte den Wagen komplett, die Instandsetzung der Vorderachse übernahm ein Spezialist, auch die Motorüberholung und die Schweißarbeiten an den nur notdürftig geflickten Problemstellen lagerte er aus.

Mit dem Teilekatalog bewaffnet

Mit Reparaturhandbuch und Teilekatalog bewaffnet, übernahm Leisner viele Details selbst, vor allem das Zerlegen und wieder Zusammensetzen der Einzelteile, nachdem sie von den unterschiedlichen Spezialisten auf Vordermann gebracht und lackiert wurden. Das Radlager wechselte er komplett in Eigenregie. Beneidenswert für jeden Hobbyschrauber: Die Möglichkeit, in den ehemaligen Geschäftsräumen auf dem eigenen Grundstück in Wiesental eine großzügige Werkstatt einzurichten, war da sehr hilfreich.

Leisner, 70 Jahre jung, zeigt stolz sein Reich und scherzt beim Fotografieren. Das wichtigste Werkzeug ist sein Drehmomentschlüssel erzählt er lachend. Den letzten Schliff bekam das Automatik-Modell mit den Arbeiten an der Elektrik. Für den Elektromeister natürlich ein Klacks. Lichtmaschinenregler, Türkontaktschalter, Radio-Einbau – alles kein Problem.

Über die komplette Restaurierung gab er auch der Fachzeitschrift „Motor Klassik“ ein Interview, sechs Seiten nimmt die ganze Reportage ein. Da ist auch Ehefrau Gisela wahrlich stolz. Die Ausfahrten mit dem schönen Oldtimer-Mercedes gefallen auch ihr sehr und die Freundschaften, die sich dadurch im 1. Oldtimer Club Waghäusel entwickelt haben, möchten beide nicht mehr missen. Das nächste Projekt wartet bereits. an/cao