Bruhrainer Zeitung

Heimatverein Experten konnten Werkzeug nicht zuordnen / Viele Bürger haben sich gemeldet

Beil markierte zu fällende Bäume

Archivartikel

Waghäusel-Wiesental.„Das Rätsel ist gelöst“, heißt es freudig beim Heimatverein Wiesental. Nach einem Aufruf in der Presse, um was für ein Werkzeug es sich hierbei handeln könnte, waren mehr als zwei Dutzend Hinweise eingegangen, so der Vorsitzende des Vereins, Hans-Peter Hiltwein.

Hintergrund: Bei Arbeiten im umgestalteten Ausstellungsbereich auf dem Dachgeschoss im „Museum im Alten Rathaus“ Wiesental kam ein sonderbares Werkzeug zum Vorschein, das den Verantwortlichen des Heimatvereins und des Museums und auch den herbeigezogenen Fachleuten ein Rätsel aufgab und Kopfzerbrechen bereitete.

Die Frage lautete: Wofür wurde das Werkzeug verwendet? Wer könnte es in Gebrauch gehabt haben? Aus welcher Zeit stammt es? Viele Spekulationen, aber nichts Konkretes. Jetzt konnte gottlob das Rätsel gelöst werden: Das Beil ist ein sogenanntes Anweisbeil, auch Forst- oder Waldhammer genannt, ein forstwirtschaftliches Arbeits- und Kennzeichnungsgerät. Bereits im 16. Jahrhundert war dieses Arbeitsmittel in der Waldwirtschaft gebräuchlich und fand auch noch vor dem Zweiten Weltkrieg weithin Verwendung.

Dazu informiert Hiltwein: „Mit der Schneide wurde ein Stück der Baumrinde zusammen mit einem Holzspan ein sogenannter Schalm - in Schulterhöhe abgeschlagen und anschließend das am Beilkopf befindliche Schlagsiegel dort angebracht. Das war die Anweisung, dass dieser Baum zu fällen ist. Das Gleiche geschah auch am Baumfuß, um jederzeit prüfen zu können, dass nur gekennzeichnete Bäume gefällt worden waren. Heute erfolgt diese Anweisung des Fällens durch eine farbliche Kennzeichnung am zu fällenden Baum.“ Das im Wiesentaler Museum befindliche Ausweisbeil trägt am Beilkopf gut erkennbar das badische Wappen und stammt wahrscheinlich aus badisch-großherzoglicher Zeit.

Es ist ab sofort im „Ausstellungssektor Waldwirtschaft“ zu sehen. wr