Bruhrainer Zeitung

Kernkraftwerk Prüfungen und Instandhaltungsarbeiten sind abgeschlossen / Sicherheit hat höchste Priorität / Dichte des Reaktors getestet

Block 2 nach Revision jetzt wieder am Netz

Philippsburg.Der Block 2 des Kernkraftwerks Philippsburg (KKP 2) ist nach Abschluss der jährlichen Revision seit gestern Mittag wieder am Netz. In den vergangenen Wochen wurden in der Anlage Prüf- und Instandhaltungstätigkeiten durchgeführt, Brennelemente ausgetauscht und mehrere technische Projekte erfolgreich umgesetzt, wie es in einer Pressemitteilung der EnBW heißt.

„Seit heute leistet KKP 2 wieder – gemeinsam mit Block II in Neckarwestheim – einen wichtigen Beitrag zur stabilen und klimafreundlichen Stromerzeugung in Baden-Württemberg. Beide Anlagen zusammen decken etwa ein Drittel des gesamten Stromverbrauchs in unserem Bundesland“, erläuterte Christoph Heil, Geschäftsführer Leistungsbetrieb der EnBW Kernkraft am Donnerstag. „Für die zuverlässige Stromversorgung investieren wir nach wie vor in die Sicherheit unserer Kernkraftwerke. Die nun abgeschlossene Revision von KKP 2 ist dafür ein sehr gutes Beispiel. Unseren hohen Anspruch an die Sicherheit setzen wir aber gleichermaßen auch beim Rückbau um – also konkret beim Abbau der Anlage in Obrigheim sowie bei den Einserblöcken in Philippsburg und Neckarwestheim“, erklärte Christoph Heil in der Pressemitteilung der EnBW weiter.

3500 Punkte abgearbeitet

„Die diesjährige Revision von KKP 2 umfasste umfangreiche Tätigkeiten, die wir erfolgreich umsetzen konnten. Die Revision hat durch das bewährte und professionelle Zusammenspiel der internen und externen Mitarbeiter sehr gut funktioniert. Insgesamt haben wir gemeinsam rund 3500 einzelne Tätigkeiten erledigt, die überwiegend nur bei abgeschalteter Anlage möglich waren“, berichtet Thomas Franke, Leiter der Anlage KKP 2.

Dazu gehörten Routinearbeiten aber auch mehrere Instandhaltungsmaßnahmen an Großkomponenten. So wurden beispielsweise eine Inspektion an einer der insgesamt drei Hauptspeisepumpen, eine Wirbelstromprüfung an zwei der vier Dampferzeuger sowie eine Dichtheitsprüfung am Reaktorsicherheitsbehälter durchgeführt. „Außerdem wurden das Hauptkühlwassersystem inspiziert und an zwei von sechs Hauptkühlwasserpumpen die Motoren ausgetauscht. Des Weiteren fanden an einzelnen Notstromaggregaten Wartungsarbeiten statt“, sagte Franke.

Rund 800 zusätzliche Fachkräfte von Hersteller- und Spezialfirmen haben die Revisionsarbeiten unterstützt. Diese fanden unter der Aufsicht des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg statt und wurden im Auftrag des Ministeriums von Gutachtern des TÜV Süd und Nord begleitet. Nach der Abnahme der Arbeiten stimmte das Ministerium dem Wiederanfahren der Anlage zu.

Der Block 2 des Kernkraftwerks ist ein Druckwasserreaktor mit einer Leistung von 1468 Megawatt. Die Anlage ging 1984 in Betrieb und hat im Jahr 2017 rund acht Milliarden Kilowattstunden Strom produziert. zg