Bruhrainer Zeitung

Denkmalreise Wirtschaftsstaatssekretärin Katrin Schütz besucht „Hubwegbrücke“ / Fördergelder von knapp 135 000 Euro in Mühlacker übergeben

„Brücken zu den Menschen schlagen“

Archivartikel

karlsruhe.Auf ihrer viertägigen Denkmalreise durch alle Regierungsbezirke des Landes wirbt Katrin Schütz, Wirtschaftsstaatssekretärin, für die wertvolle Arbeit der Denkmalpflege. Gestern machte sie Station im Regierungsbezirk Karlsruhe. Erste Station des Tages war die städtische Straßenbrücke über die Bahntrasse Karlsruhe-Mühlacker, die „Hubwegbrücke“, bevor es weiter nach Ubstadt-Weiher zum unterirdischen „Römischen Palast“ ging, wie es in einer Pressemitteilung des Ministeriums heißt.

„Baden-Württemberg hat ein reiches und vielfältiges kulturelles Erbe. Es ist mir ein großes Anliegen, mit meiner Reise auf diese Schätze aufmerksam zu machen. Wir müssen das ehrenamtliche Engagement würdigen und die Menschen in unserem Land dazu einladen, das Kulturerbe vor der eigenen Haustür für sich zu entdecken“, so Schütz. Es sei in Baden-Württemberg auch heute noch Ausgangspunkt vielfältiger Verbindungen zwischen den Menschen, die sich dem Schutz, der Pflege, der Erforschung und der Vermittlung dieses Erbes verschrieben haben.

Die „Hubwegbrücke“ entstand um 1908 als Fachwerkkonstruktion mit unten liegender Fahrbahn, unter der einst auch der Orient-Express passierte. Es handelt sich hierbei um die einzige Straßenbrücke, die aus der Zeit des Neubaus der Karlsruher Bahnanlagen erhalten werden kann.

Bei ihrem Besuches übergab Wirtschaftsstaatssekretärin Katrin Schütz den Zuwendungsbescheid aus dem Denkmalförderprogramm des Landes in Höhe von 44 890 Euro an das Tiefbauamt der Stadt Karlsruhe. Ebenfalls erhielt die Stadt eine Zuwendung der Denkmalstiftung Baden-Württemberg in Höhe von 90 000 Euro.

Erlebbare Technikgeschichte

„Das Vorhaben ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie durch Fördermaßnahmen des Landes, der Denkmalstiftung und durch Eigenmittel die Erhaltung von Denkmalen gelingen kann. Das Kulturdenkmal ,Hubwegbrücke‘ mit ihrer genieteten Stahl-Fachwerkkonstruktion macht Technikgeschichte für heutige und künftige Generationen erlebbar“, sagte Schütz vor den Vertretern des Tiefbauamtes.

Das europäische Kulturerbejahr 2018 steht unter dem Motto „Sharing heritage“. Daran angelehnt ist das Motto „Entdecken, was uns verbindet“ des Tages des offenen Denkmals am Sonntag, 9. September. „Getreu des diesjährigen Mottos wollen wir zeigen, dass Denkmale mehr sind als Statuen oder Bauten. Die gemeinsamen kulturellen Wurzeln sollen wiederentdeckt und darüber Brücken zu den Menschen geschlagen werden“, so die Staatssekretärin. Dies sei das Anliegen des Denkmaltages und des europäischen Kulturerbejahres.

Weiter ging es für Schütz zum unterirdischen „Römischen Palast“ in Ubstadt-Weiher. Durch großflächige geophysikalische Untersuchungen und Bodenradar-Verfahren wurde in den Jahren 2003 und 2006 das rund 120 Meter lange Gebäude entdeckt. Durch eine 3D-Rekonstruktion soll es nun sichtbar gemacht werden. Staatssekretärin Schütz weihte ein Schild auf dem Gelände ein, das über das verborgene Denkmal informiert. Anschließend wurde die Trinitatiskirche in Mannheim besucht, bevor als letzte Station die Besichtigung des Schlösschen Sorgenfried in mauer auf dem Programm stand.

Die Denkmalreise ist der Auftakt in eine Denkmalwoche. An deren Ende lädt der Tag des offenen Denkmals alle Bürger dazu ein, Denkmale zu besichtigen und sich von der Arbeit der Denkmalpflege ein Bild zu machen. zg