Bruhrainer Zeitung

KZ-Gedenkstätte Kislau An den Sozialdemokraten Marum erinnert

Demokratie vor Intoleranz schützen

Bad Schönborn.Der Sozialdemokrat und ehemalige badische Justizminister Ludwig Marum war im Jahr 1934 im Konzentrationslager Kislau bei Bad Schönborn von den Nationalsozialisten ermordet worden.

Die Klausurtagung der SPD-Landtagsfraktion in der südlichen Kurpfalz endete nun an diesem geschichtsträchtigen Ort: In Kislau legten der Fraktionsvorsitzende Andreas Stoch und der Landtagsabgeordnete Daniel Born, der den Wahlkreis Schwetzingen/Hockenheim und den Nachbarwahlkreis im Bruhrain vertritt, einen Kranz zum Gedenken an den dort von den Nazis ermordeten Sozialdemokraten nieder.

Üble Schaufahrt mit Gefangenen

Ludwig Marum, der sich gegen die Nationalsozialisten zur Wehr setzte und noch 1933 in den Reichstag gewählt worden war, wurde auf einer so genannten Schaufahrt gemeinsam mit anderen von den Nazis verhassten Politikern den Karlsruher Bürgern vorgeführt und anschließend ins KZ Kislau verbracht. Ein Jahr nach seiner Inhaftierung wurde er dort ermordet.

Die SPD errichtete 50 Jahre nach seinem Tod im Jahr 1984 einen Gedenkstein vor dem ehemaligen KZ Kislau. An dieser Stelle erinnerten Stoch und Born gemeinsam mit dem katholischen Erzbischof Stephan Burger und dem Bad Schönborner Bürgermeister Klaus Huge an die Gräueltaten der Nazis. Die vielen Anwesenden aus Zivilgesellschaft, Kirche und Politik stimmten ihnen zu: „Die Vergangenheit darf sich nicht wiederholen“, das war dabei der eindeutige Tenor.

Daniel Born, Landtagsabgeordneter des Wahlkreises, ergänzt diese Aussage wie folgt: „Leistung, Leben und Opfer von Ludwig Marum und vielen anderen durch die Nazis ermordeten Widerstandskämpfern mahnen uns: Wir alle müssen aufstehen, um unsere Demokratie gegen Rassismus, Intoleranz und Menschenhass zu verteidigen. Es kann schnell zu spät sein.“ zg