Bruhrainer Zeitung

Führung Im Schloss die Fresken der Maler Zick entdecken

Der Bischof und die Nackten

Bruchsal.Eindrucksvoll und voller Entdeckungen sind die riesigen Deckenbilder in der fürstbischöflichen Residenz Schloss Bruchsal. Optische Täuschungen sind darunter – und erstaunlich viel Nacktes für das Schloss eines geistlichen Herrn. Geschaffen haben die Deckenfresken Johannes Zick und sein Sohn Januarius, zwei der führenden Maler des 18. Jahrhunderts. Bei einer Führung am Sonntag, 15. Juli, ab 15 Uhr geht der Blick ins Detail: Ein Fernglas hilft, alle Feinheiten zu entdecken.

Die Residenz in Würzburg, die großen Klöster in Oberschwaben: Johannes Zick war ein berühmter und gefragter Maler, als ihn der Fürstbischof von Speyer nach Bruchsal holte. Von 1751 bis 1759 schuf er die großen Deckenfresken in den Prunksälen. Sein Sohn Januarius arbeitete mit und malte zudem die Supraporten, die Gemälde über den Türen der fürstbischöflichen Räume der Beletage.

Geheimnisse der Bilderwelt

Über zwei Generationen prägte die Zick-Familie die malerische Ausstattung der Großbauten in Süddeutschland mit ihrem eindrucksvollen Schaffen. Die minutiöse Rekonstruktion der Deckenbilder in Schloss Bruchsal nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg hat diese barocke Bilderwelt bis ins Detail wieder auferstehen lassen.

Voller Geschichten und raffinierter Bezüge sind die großen Fresken. Reichlich nacktes Fleisch schmückt die Räume: Wie kommt es, dass in den Prunkräumen eines Bischofs so viel entblößte Schönheiten zu sehen sind?

Ausgeklügelte optische Täuschungen bringen die Besucher bis heute zum Staunen: Die ungewöhnliche Maltechnik des Barock entfaltet auch jetzt noch ihre Wirkung. Bei dieser Führung hilft ein Opernglas, die Details der perfekt rekonstruierten Bilder noch besser erkennen zu können. Für die Sonderführung ist eine telefonische Anmeldung unter 06221/6 58 88 15 erforderlich. Das Ticket kostet für Erwachsene 12 Euro (ermäßigt 6 Euro) und für Familien 30 Euro. zg

Info: Weitere Informationen unter service@schloss-bruchsal.de