Bruhrainer Zeitung

Iss-einen-Apfel-Tag Ein Plädoyer für das beliebteste Obst der Deutschen / Der Anbau hat sich in den letzten Jahren stark verändert

Ein ganzer Tag zu Ehren des Apfels

Oberhausen-Rheinhausen.Ein Apfel am Tag hält den Arzt fern - "an appel a day keeps the doctor away". Dieses Sprichwort ist den Meisten bekannt. Immer am dritten Samstag im September - und damit heute - ist der internationale "Iss-einen-Apfel-Tag". Grund genug, mal genauer nachzuschauen, was den Apfel so besonders macht, wie er angebaut wird und was man alles mit ihm anstellen kann.

Äpfel sind natürliche Energiespender, die praktischerweise mit einer Schale zum Mitessen ausgestattet sind. Direkt unter dieser Schale sitzen die meisten sekundären Pflanzeninhaltsstoffe und Vitamine. Deshalb raten Experten auch davon ab, Äpfel vor dem Verzehr zu schälen. Denn, lecker ist das Obst dann zwar noch immer, aber bei weitem nicht mehr so gesund.

Der Vitamin-C-Gehalt hängt bei Äpfeln von der Sorte ab. Im grünen "Granny Smith" und der Sorte "Gala" ist nur wenig Vitamin C enthalten, während der "Braeburn" fast mit der Orange konkurrieren kann.

Mineralstoffe und Pektin

Der Apfel punktet zudem mit einer Vielzahl an Mineralstoffen, wie Kalium und Kalzium sowie leicht verdaulichen Kohlehydraten und dem Ballaststoff Pektin. Bei gerade 65 kcal, die in einem mittelgroßen Apfel ungefähr stecken, ist dieser eine ideale Zwischenmahlzeit. Äpfel sind extrem vielseitig einsetzbar, denn sie sind nicht nur roh ein Genuss. Auch gekocht und verarbeitet sind sie ein echte Allround-Talente: Ob als Mus, Kompott, Bratapfel, gerieben in deftigen Speisen oder im Kuchen - der Apfel schmeckt immer vorzüglich.

Der Apfel gehört zur botanischen Familie der Rosengewächse und ist in Westchina beheimatet. Apfelbäume bilden sogenannte Scheinfrüchte, die eigentliche "Frucht" ist eigentlich das pergamentartige Kerngehäuse.

Der Apfel gilt als die Hauptobstart in Deutschland und Europa. In Deutschland werden vor allem in Baden-Württemberg viele Äpfel produziert. Aber auch in Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Sachsen stehen viele Apfelbäume im Erwerb. Auf über 30 000 Hektar werden in Deutschland Äpfel angebaut. Damit nehmen sie einen großen Anteil an der Baumobstanbaufläche ein. Von den angebauten Äpfeln sind etwas mehr als 85 Prozent Tafelobstsorten und knapp 15 Prozent zählen zu den Wirtschaftsobstsorten.

Fast nur noch Niederstämme

Der erwerbsmäßige Obstbau hat sich seit den 1970er-Jahren stark verändert. Bis dahin haben vor allem hochstämmige Apfelbäume den Obstbau geprägt. Heute findet der Anbau fast ausschließlich in Niederstammformen statt. Ihre Wuchshöhe ist eingeschränkt, so dass die Früchte auch ohne Leiter per Hand erreicht werden. So passen auch wesentlich mehr Bäume auf die Fläche.

Rund 20 bis 30 Sorten haben heute eine wirtschaftliche Bedeutung. Besonders "Elstar", "Jonagold" und "Braeburn" sind wichtige Sorten auf dem Apfelmarkt. "Elstar" ist eine sehr saftige Sorte mit einem weiß-gelblichen Fruchtfleisch. Dieser Apfel hat einen intensiven, fein säuerlichen Geschmack. Verwenden kann man den Elstar-Apfel für Obstsalat, Apfelkuchen oder Saft.

Die Vitamin-C-Bombe "Braeburn" hat eine rötliche, glatte und leicht glänzende Schale. Er schmeckt süßlich und ist sehr saftig. Besonders eignet er sich für Kompott. Der Jonagold schmeckt süßlich bis fein säuerlich, nach längerer Lagerung wird er mürbe. Er schmeckt gedünstet und im Kuchen am besten.

Sorte abhängig von Verwendung

Die Wahl der Sorte treffen Landwirte und Obstanbauer häufig nach Vermarktungsform und Verwendungszweck. Direktvermarktende Betriebe setzen eher auf aromatische Äpfel. Beim Verkauf über den Großhandel spielen eher Punkte wie Transportfestigkeit und leichte Handhabe eine Rolle.

Die Ernte von Tafeläpfeln findet heute noch hauptsächlich per Handarbeit statt. Für die industrielle Verarbeitung können Rüttler mit sogenannten Auffangschirmen zum Einsatz kommen. Auf landwirtschaftlichen Höfen ist die Erntezeit die größte Arbeitsspitze der Saison. Wichtig bei der Apfelernte ist eine behutsame Handhabe, denn schon etwas zuviel Druck beim Pflücken oder das Ausleeren von Erntekisten können zu braunen Stellen führen.