Bruhrainer Zeitung

Kernkraftwerk Kotting-Uhl wirft Gutting Unwissen vor

Einlagerung wird aus Fonds bezahlt

Bruhrain/Philippsburg.Die Sonderseite der Bruhrainer Zeitung zur Einlagerung der fünf zusätzlichen Castoren mit radioaktivem Müll aus der Wiederaufbereitung im Akw Philippsburg, die wir mit Interviews der Wahlkreisabgeordneten im Bundestag, Olav Guting (CDU) und Dr. Danyal Bayaz (Grüne) ergänzt hatten, sorgte gestern für enormes Echo im Bruhrain und bis nach Berlin.

Die Grüne Abgeordnete Sylvia Kotting-Uhl schickte uns eine Stellungnahme zu, in der sie dem CDU-Kollegen Unwissenheit vorwirft. Sie schreibt: "Herr Gutting glänzt im Interview leider mit Unwissen. Die Kosten für die Einlagerung der fünf Castoren aus La Hague werden keinesfalls den Stromkunden aufgehalst. Am 1. Juli diesen Jahres haben die EVU entsprechend der Vereinbarung zur Finanzierung der Zwischen- und Endlagerung 24 Milliarden Euro überwiesen, die nun in einem öffentlich-rechtlichen Fonds angelegt werden. Alle Kosten für die Zwischenlagerung von Atommüll werden aus diesem Topf bezahlt."

Neustart bei Endlagersuche

Wirklich bedauerlich sei, so Kotting-Uhl, dass MdB Gutting das Prinzip des Neustarts bei der Endlagersuche nicht verstanden habe. Der Stopp jeglicher Vorfestlegung auf Gorleben sei Voraussetzung für den Konsens zur ergebnisoffenen wissenschaftsbasierten Endlagersuche, die in diesem Herbst beginne. Die noch zurückzunehmenden Castoren würden auf die Bundesländer mit standortnahen Zwischenlagern verteilt. Wenn man die Jahrhundertaufgabe Atommüll-Endlagerung ohne Bürgerkrieg, wie in Gorleben, bewältigen wolle, sei es notwendig zum Prinzip Solidarität zu wechseln. zg