Bruhrainer Zeitung

Europäische Schule In einer Zeitkapsel sind die wertvollsten Dinge der Schulabgänger eingeschlossen / Nach 15 Jahren werden diese wieder ausgegraben

Erinnerungen aus der Schulzeit versenkt

Karlsruhe.Eine emotional-tiefsinnig-fröhliche Abiturverleihung feierten die Absolventen der Europäischen Schule Karlsruhe (ESK) am vergangenen Samstag. Das einzige Abiturdiplom der Welt, das in allen 28 EU-Mitgliedstaaten, in der Schweiz, in Kanada, in der USA und in vielen anderen Ländern anerkannt ist, nahmen in diesem Jahr 65 Schulabgänger in der Schulturnhalle entgegen, heißt es in einer Pressemitteilung der Schule.

Die Zeitkapsel-Tradition der Abiturienten 2018 zog noch vor der Abifeier ihre Aufmerksamkeit auf sich: Schon im 18. Jahr ließen Schulabgänger ihre wertvollsten Erinnerungsstücke an die Schulzeit im Erdboden auf dem Schulgelände versinken. 2033, also genau 15 Jahre später, wird die Abi-Zeitkapsel 2018 wieder geborgen.

Tageszeitung aus dem Jahr 2003

Zum dritten Mal – nach den Jahren 2016 und 2017 - wurde am 7. Juli eine Schatzkiste wieder aus der Erde geborgen – die Zeitkapsel, die beim Schulabschluss 2003 auf dem Schulgelände vergraben worden war. Viele der ehemaligen Abiturienten waren eigens vorbei gekommen, um bei der Öffnung der Zeitkapsel des Schuljahrs 2003 dabei zu sein.

So groß wie die Freude, sich in der ehemaligen Schule wiederzusehen, war auch die Freude über die Gegenstände und Erinnerungsstücke von damals. Vom Bibliotheksausweis über die Tageszeitung aus dem Jahr 2003 bis hin zur ausgedruckten Abiturrede von Tom Høyem, dem damaligen Direktor der ESK, fanden sich die unterschiedlichsten Erinnerungsstücke in der Zeitkapsel von 2003. Stadtrat Tom Høyem, der eigens zur Zeitkapsel-Hebung gekommen war, hatte die Zeitkapsel-Tradition in der Europäischen Schule Karlsruhe eingeführt. „Diese Tradition ist eine Besonderheit“, würdigte Daniel Gassner.

65 Schulabgängern aus 19 verschiedenen Ländern der Erde übergab Daniel Gassner, Direktor der ESK, unter den Augen hunderter internationaler Gäste, Familien, Eltern, Freunde und Lehrer ihr Europäisches Abitur. ESK-Direktor Gassner hieß die Gäste willkommen: „Es ist ein Jubiläumstag für die Europäische Schule Karlsruhe, ihr seid der 50. Abiturjahrgang“, sagte der Schulleiter und verwies darauf, dass seit 50 Jahren an der Schule 2782 Diplome des Europäischen Abiturs verliehen wurden. „In der ESK lernt ihr schon miteinander in Europa, statt nur etwas übereinander zu lernen.“ Und weiter: „Keine Generation vor euch hatte so erfreuliche Gelegenheiten, sagen zu können: Wir sind Europa. Und ihr erlebt tatsächlich ‚mehr Europa‘ als alle Generationen vor euch.“ Gassner betonte: „Wir versammeln uns im Namen Europas für etwas – für Frieden und Freiheit, für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, für Gleichheit, für Menschenrechte, für Solidarität. All diese europäischen Werte sind ein Versprechen, aber sie sind auch niedergelegt in Verträgen und garantiert in Gesetzen. Unsere europäischen Werte sind verbindlich, und sie verbinden. Liebe Abiturienten, als junge Generation von Europäern, ist es auch ihre Pflicht diese Werte weiter zu pflegen.“

Das beste Abitur der Europäischen Schule Karlsruhe schaffte dieses Jahr Isabelle Konrad. Auch Günther Oettinger, Kommissar der Europäischen Kommission für Haushalt und Personal, gratulierte den Schulabgängern zum bestandenen Diplom: Per Videobotschaft sagte er: „Das Europäische Abitur-Diplom zeigt den hohen Bildungsstandard der Europäischen Schule“ und gab den jungen Leuten mit auf den Weg „Ihr seid die Zukunft Europas“. Erst am 9. Mai war Oettinger anlässlich des Europatags an der internationalen Bildungseinrichtung zu Gast gewesen.

An die Besonderheit des Besuchs mit Blick auf das Thema Europa erinnerte Thorsten Reineke, Vize-Präsident der ESK-Elternvereinigung, in seiner Ansprache. „Europa braucht Menschen wie euch“, sagte Dr. Jacqueline Ribeiro vom Joint Research Center (JRC) Karlsruhe, und verwies gleichzeitig auf das gegenseitige Verständnis, das die Schüler an der Europäischen Schule vermittelt bekommen.

Die Aushändigung der Abitur-Diplome – dem „wichtigsten Teil der Veranstaltung“, wie der stellvertretende Direktor der Oberschule Peris Pialoglou betonte, – übernahmen der stellvertretende Direktor der Oberschule sowie Dr. Maria Betti, Direktorin des Joint Research Center (JRC) Karlsruhe, Thorsten Reineke und die Klassenlehrer der siebten Klassen, Angelika Baumstark, Véronique Bodaine, Alexandra Quitsch und Graham Starost, gemeinsam. Emotional fiel der Rückblick der Schülerinnen Margherita Goetze und Diana Thorbrügge aus: Sie wertschätzten die Schulgemeinschaft und die Schulzeit, indem sie viele Erlebnisse und Erfahrungen Revue passieren ließen. zg