Bruhrainer Zeitung

Firmenporträt K+S in Waghäusel ist auf Modell- und Formenbau spezialisiert / Neues Bearbeitungszentrum 2017 in Betrieb

Es zählt der Stand der Technik

Archivartikel

Waghäusel.K+S GmbH ist ein Unternehmen im Bereich Modell- und Formenbau. 1991 in Rastatt gegründet, wuchs die Firma kontinuierlich. „Das erforderte mehrere Umzüge“, erläutert Geschäftsführer Rudolf Kuhn (Bild) im Gespräch mit unserer Zeitung. 2008 fand der Betrieb dann in Waghäusel seinen jetzigen Standort. Hier entstand 2008/2009 ein Neubau mit einer Produktionsfläche von 2250 Quadratmetern.

Das mittelständische Unternehmen mit derzeit 15 Beschäftigten, darunter ein Auszubildender, ist im Modell- und Formenbau seit mehr als 25 Jahren Unternehmenspartner der Automobilzuliefer-, Luftfahrt- und Sanitärindustrie.

Qualität zählt

Zum Fertigungsspektrum gehört die CAD-Konstruktion, also eine rechnerunterstützte Erstellung von beispielsweise dreidimensionalen Entwürfen nach der Übernahme der Bauteildaten. Außerdem die NC-Programmierung, wodurch Arbeitsabläufe mit einem Code gesteuert werden können und die CNC-Bearbeitung, bei der K+S Maschinen elektronisch gesteuert werden und Werkstoffe von Kunststoff-Blockmaterial in verschiedenen Dichten über Aluminium und andere Nichteisenmetalle bis hin zu Stahl bearbeiten.

Hinzu kommt die Fertigung unterschiedlichster Produktionswerkzeuge und Vorrichtungen. Außerdem gehört die Herstellung von Prototypen sowie kleinen und mittleren Serien zum Produktportfolio. „Innovative Technologien, Entwicklungskompetenz, perfekte Qualität und absolute Liefertreue bei wettbewerbsfähigen Preisen“, so beschreibt Kuhn, woran sich das Unternehmen misst. Getreu dem Leitbild der Firma: „Gemeinsam entstehen die besten Lösungen“ stehe der Austausch mit dem Kunden immer im Mittelpunkt. So habe das Unternehmen beste Beziehungen zu vielen Automobilzulieferern in Deutschland aufgebaut.

Ein Rundgang durch die Produktion zeigt die Ausstattung des Unternehmens mit hochmodernen Produktionsanlagen. Zuletzt wurde 2017 ein neues Bearbeitungszentrum in Betrieb genommen. 2014 hatte man in eine der größten Drahterodieranlagen Europas investiert. Diese Maschinen sind so programmiert, dass sie automatisch auch nachts durchlaufen. In den Umform- und Stanzwerkzeugbau war K+S im Jahr 2012 eingestiegen. Im gleichen Zeitraum entwickelte man ein neuartiges Mineralgussverfahren zur Herstellung hochglänzender Kunststoff-Bauteile.

Aufträge erfordern mehr Platz

2007 hatte das Unternehmen den Serienauftrag zur Herstellung der frei stehenden Badewanne Axor Massaud vom Sanitärunternehmen Hansgrohe erhalten. Daraufhin wurde am Standort Waghäusel nochmals neu gebaut. „Die Kapazitäten am bisherigen Standort in St. Leon Rot waren ausgeschöpft“, erinnert sich Kuhn. 1994 hatte die Firma den ursprünglichen Standort in Rastatt verlassen und war in einen Neubau nach St. Leon-Rot gezogen. Im Jahr 2001 wurde die Betriebsstätte in St. Leon Rot noch einmal um 530 Quadratmeter erweitert. Aber Zug um Zug ging es weiter mit der Entwicklung.

Inzwischen verfügt K+S über eine sehr hohe Fertigungstiefe. So werden in der CAD-Konstruktion alle Konstruktionen der Werkzeuge und Vorrichtungen intern durch eigene CAD-Konstrukteure erstellt. Aktuellste CAD-/CAM-Softwaresysteme (für rechnerunterstützte Fertigung) stehen dabei zur Verfügung. Dort treffen Mitarbeiter die optimalen Entscheidungen für die Schrupp-, Schlicht- und Restmaterialbearbeitung.

Zum Vorrichtungsbau zählen Bearbeitungsvorrichtungen, Fräsvorrichtungen, Schweißvorrichtungen, Wasserstrahl-Schneidschalen oder Klebevorrichtungen. Außerdem gehören Kontrolllehren, Prüfvorrichtungen und Messaufnahmen wie auch die Herstellung von Prototypen und Bauteilen in kleinen und mittleren Serien zum Fertigungsspektrum von K+S.

Modelle schaffen

Im Modellbau fertigt das Unternehmen Gießereimodelle aus Blockmaterial oder Polystyrol für den eigenen Bedarf. Hier werden ebenfalls die Rohlinge für Laminiermodelle, Prüflehren, Messvorrichtungen oder Fräsvorrichtungen verklebt. Dabei werden in der Endfertigung die gefrästen Modelle aus Blockmaterial grundiert, geschliffen und lackiert. Prototypen stellt die Firma aus nahezu allen gängigen Materialien und in den verschiedensten Fertigungsverfahren her.

Eine gute Aufstellung: Kuhn schaut zuversichtlich in die Zukunft am Standort Waghäusel. Bald ist er mit seinen Mitarbeitern seit zehn Jahren dort.