Bruhrainer Zeitung

Kirchweihfest Musikgruppe „Paule Panthers Groove Club“ kommt auf die Bühne / Sponsoren ermöglichen kostenfreien Eintritt

Feuerlöschspritze als Vorreiter

Archivartikel

Oberhausen-Rheinhausen.Musik, Straßenflohmarkt und eine spezielle Fahrzeugschau: All das gibt es am Wochenende im kleinen Ortsteil Rheinhausen beim großen Fest für Jung und Alt. Am morgigen Samstag, 25., und Sonntag, 26. August, feiert die Bevölkerung die Kerwe: das Kirchweihfest. Zugleich lädt die Freiwillige Feuerwehr, Abteilung Rheinhausen, zu ihrem „großen Feuerwehrfest“ ins Festzelt beim Feuerwehrgerätehaus ein. Am Samstagnachmittag wird um 16 Uhr das Fest eröffnet, bei dem die Feuerwehr zwei Tage lang ihre Gäste mit erlesenen Speisen und Getränken verwöhnen will.

Mit dem Auftritt der weithin bekannten Musikgruppe „Paule Panthers Groove Club“ wird diesmal eine besondere Attraktion geboten. Dank vieler Sponsoren ist der Eintritt frei. Zum Fest werden zahlreiche Delegationen benachbarter und befreundeten Feuerwehren erwartet, fast jedes Jahr ist auch der einheimische Bundestagsabgeordnete Olav Gutting zu Gast, der immer wieder von dem leckeren Mittagessen aus der Gulaschkanone schwärmt. Für die Kinder gibt es ein Karussell und mehrere Spielbuden, am Sonntagvormittag tritt das stark besetzte Orchester des Musikvereins „Einigkeit“ auf. Schon beim frühen sonntäglichen Frühschoppen sorgt die Kapelle für beste Stimmung. Zum ersten Mal kommt an beiden Tagen auch ein großer bunter Straßenflohmarkt mit vielen Raritäten und Unikaten zustande.

Was bedeutet Kerwe, also Kirchweih, die zusammen mit dem Feuerwehrfest stattfindet? Kirchweih ist der Akt der festlichen Weihe einer Kirche, durch den der Kirchenraum der Kirchengemeinde zum liturgischen Gebrauch übergeben wird. Seit dem Mittelalter wird Kerwe als Fest anlässlich der jährlichen Wiederkehr des Tages dieser Kirchenweihe gefeiert. Der besondere Tag hat in der jeweiligen Kirche den Rang eines Hochfests. Der Rheinhäuser Kirchenpatron Laurentius von Rom war ein römischer Diakon zur Zeit des Papstes Sixtus II. und starb als Märtyrer. Er wird von mehreren christlichen Kirchen als Heiliger verehrt. Der Überlieferung zufolge war er als Archidiakon von Rom für die Verwaltung des örtlichen Kirchenvermögens und seine Verwendung zu sozialen Zwecken zuständig. Nachdem der römische Kaiser Valerian den Papst hatte enthaupten lassen, wurde Laurentius ausgepeitscht und aufgefordert, den Kirchenschatz innerhalb von drei Tagen herauszugeben. Daraufhin verteilte Laurentius, wie es heißt, diesen an die Mitglieder der Gemeinde, versammelte eine Schar von Armen und Kranken, Verkrüppelten, Blinden, Witwen und Waisen und bezeichnete sie gegenüber dem Kaiser als „den wahren Schatz der Kirche“. Der Hauptmann, vor dem Laurentius erschienen war, ließ ihn deswegen foltern und dann auf einem glühenden Eisenrost hinrichten.

Ausrüstung anfangs bescheiden

Die Feuerwehr Rheinhausen war 1897 von vorwiegend jungen Männern gegründet worden, die nicht nur vor Feuer, sondern auch vor Hochwasser schützen wollten. Wie es in der Chronik heißt, fiel die Anfangsausrüstung sehr bescheiden aus: Die Wehr verfügte lediglich über eine Handspritze. Als historische Rarität präsentiert die Abteilung heute noch stolz ihre vorrevolutionäre Feuerlöschspritze „anno 1848“. Im Besitz der ersten Kameraden befand sich eine Laterne für die Spritze, eine Decke, ein Wasserbehälter, eine große Leiter, eine Einstiegsleiter mit Haken, vier Dachleitern, Schläuche für eine 75-Meter-Leitung und schließ-lich zwölf Feuerwehreimer.

Kein Feuerwehrmann verfügte damals über eine taugliche Kleidung. Wurden die Kleider bei einem Brand unbrauchbar, musste die Gemeinde sie ersetzen. Im Oktober 1976 konnte das neue Feuerwehrgerätehaus bezogen werden. wr