Bruhrainer Zeitung

Städtepartnerschaft Indisches Nagpur und Karlsruhe gehen Bündnis ein / Infrastruktur durch Besichtigung im U-Bahn-Tunnel kennengelernt / Unterstützung durch die EU

Gemeinsam wollen sie die Mobilität verbessern

Archivartikel

Karlsruhe.Die indische Stadt Nagpur und Karlsruhe wollen künftig enger kooperieren. Erste Kontakte gab es bereits im Februar dieses Jahres, als eine Abordnung um Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup bei der Indien-Delegationsreise in Maharashtra auch in Nagpur Station machte. Daraus resultierte jetzt eine Partnerschaftsvereinbarung, ein sogenanntes „City-to-City-Pairing“ zwischen Nagpur und Karlsruhe, wie es in einer Pressemitteilung der Stadt heißt.

Ob in den Bereichen Mobilität, öffentlicher Nahverkehr, Müllentsorgung, Digitalisierung oder Stadtentwicklung: Alle Themen verbindet das Ziel einer nachhaltigen städtische Entwicklung. „Die Verbindung unserer Städte bringt in wichtigen Bereichen Vorteile für beide Seiten“, betonten Pardikar Deepraj, stellvertretender Bürgermeister aus Nagpur, und Naresh Borkar, Executive Engineer der Nagpur-Verwaltung: „Und dabei haben beide Partner eine klare Zielsetzung. Für die Unterstützung sind wir dankbar.“ Mit an Bord bei dieser Kooperation ist die Europäische Union, die in einem Projekt zur Internationalen Stadtentwicklung (IUC) das „City-to-City Pairing“ unterstützt. „IUC“ zielt darauf ab, die Zusammenarbeit im Bereich der nachhaltigen Stadtentwicklung mit EU-Partnern zu verstärken.

Austausch auf Augenhöhe

Gerade Lösungen im Bereich der Mobilität spielen für die rund 2,5 Millionen Einwohner zählende Stadt Nagpur eine wichtige Rolle. Diese will man – neben anderen dringenden Themen – in den Griff bekommen. Beeindruckt zeigten sich die Vertreter der indischen Delegation von den Karlsruher Lösungsansätzen und möchte auch von einer neuen Herangehensweise an das Thema Mobilität profitieren. Dennoch: Es ist ein Austausch auf Augenhöhe. „Diese neue Partnerschaft zwischen Nagpur und Karlsruhe baut auf unseren bisherigen Initiativen mit dem Bundesstaat Maharashtra auf“, so Ralf Eichhorn von der Wirtschaftsförderung Karlsruhe und dem „India Board Karlsruhe“. Hier kann diese Zusammenarbeit insbesondere in Fragen der Stadtentwicklung – und im Einklang mit den Zielen der Vereinten Nationen – zu einer nachhaltigen Gesamtentwicklung führen.

Die indische Delegation beteiligte sich zudem aktiv am „Strategic Indo-German Start-up Round Table“, das parallel zur „Global Sustainable Finance Conference“ stattfand. Man besuchte wichtige städtische Infrastrukturprojekte sowie auch -standorte, wie etwa den Tunnel der neuen Karlsruher U-Bahn. Aus den fruchtbaren Diskussionen mit zahlreichen „Best Practice“-Beispielen ließen sich schon erste Ergebnisse und Anknüpfungspunkte erzielen, „hier kristallisieren sich schon jetzt konkrete Projekte heraus“, so Dr. Panagiotis Karamanos, „IUC“-Teamleiter für Indien.

Im Rahmen der Partnerschaft eröffnet sich für Nagpur nun die Möglichkeit, weitere Prozesse der Stadtentwicklung kennenzulernen, gerade im Bereich Smart Technologies und Mobilität. Ziel ist eine produktive Zusammenarbeit: Auf Grundlage der Vereinbarung werden die Städte nun gemeinsam mit Experten an einem spezifischen Aktionsplan zu städtischen Fragen arbeiten. Dabei werden die Felder enger gefasst und im nächsten Schritt ein lokaler Aktionsplan ausgearbeitet. zg