Bruhrainer Zeitung

Gläubige bewundern das Osterfeuer vor der Wallfahrtskirche

Archivartikel

Waghäusel.Der Brauch des Osterfeuers hat eine 267-jährige Tradition. Das älteste schriftliche Zeugnis ist ein Briefwechsel zwischen dem Missionar Bonifatius und Papst Zacharias aus dem Jahr 751.

In der Marien-Wallfahrtskirche in Waghäusel wird dieser Brauch von den Augustiner-Chorherren „Brüder vom Gemeinsamen Leben“ immer am frühen Ostersonntag gepflegt. Schon morgens um fünf Uhr versammelten sich einige Hundert Gläubige um das vor der Kirche lodernde Osterfeuer. Wie auf unserem Bild zu sehen, entzündete dort Pater Jürgen Würtenberger, Wallfahrtsvikar des Waghäuseler Klosters, in Begleitung seiner Mitbrüder die Osterkerze. Nach der Weihe wurde sie in die unbeleuchtete Kirche getragen.

Die brennende Kerze versinnbildlicht dabei Christus als Licht der Welt. Ohne Orgelspiel und Glockengeläut wurde in dem durch die Kerzen der Gläubigen nur spärlich erleuchteten Gotteshaus durch Gebete, Lieder und Lesungen die Liturgie eröffnet. Erneuert wurde in der voll besetzten und später hell erleuchteten Kirche auch das Taufgelöbnis der anwesenden Christen. Zugleich wurden die teilweise mitgebrachten Speisen geweiht, ehe es nach dem Gottesdienst zum gemeinsamen Frühstück in die Edith-Stein-Halle des Waghäuseler Klosters ging. / klu