Bruhrainer Zeitung

Benefizradeln Die Bruhrainer Matthias Beyer, Christian Richling und Rainer Haßfeld fahren für den guten Zweck bis nach Südtirol

In den Sattel und Kindern helfen

Bad Schönborn.Vor 20 Jahren stand niemand am Mingolsheimer Rathaus, als die erste SEW-Benefiztour nach Bremen startete. Ein Passant machte damals ein Foto der Radler und sie strampelten los, um Geld zu sammeln für krebskranke Kinder in der Region.

Inzwischen haben die jährlichen Verabschiedungen am Rathaus einen anderen Charakter: Familien, Freunde, Kollegen und Interessierte treffen sich vor dem Rathaus mit den drei SEW-Benefizradlern Matthias Beyer (Münzesheim), Christian Richling (Oberhausen) und Rainer Haßfeld (Mingolsheim) und verabschieden sie gebührend und herzlich auf ihren Weg. Neben örtlichen Mandatsträgern fanden sich auch Innenminister a. D. Heribert Rech, Führungskräfte der SEW-Eurodrive mit Geschäftsführer Dr. Hans Krattenmacher und Werksleiter Claus-Peter Sieber sowie die SEW-Betriebsrätinnen Christine Rudt und Rosa-Maria Edel ein.

Bürgermeister Klaus Detlev Huge begrüßte die Anwesenden und freute sich über die rege Teilnahme, „denn das, was sie machen, ist einfach etwas Großartiges und wir sind froh und stolz, dass Bad Schönborn der Startort sein darf.“

Bozen als Ziel auserkoren

Nachdem Rainer Haßfeld die Route erläutert hatte, die in diesem Jahr über Esslingen, Günzburg, Landsberg, Bad Tölz und Innsbruck ins 650 Kilometer entfernte Bozen nach Südtirol führt, ergriff Dr. Krattenmacher das Wort und dankte den drei Radlern für ihr ungebrochenes Engagement. „Das kann man nicht genug wertschätzen und es freut uns, dass Kollegen unseres Unternehmens das auf eigene Faust machen.“ Er überbrachte auch die Grüße der Gesellschafter, die durch das Firmenjubiläum von SEW München verhindert waren.

Admira Knoll, Vorsitzende des Fördervereins zur Unterstützung der onkologischen Abteilung der Kinderklinik Karlsruhe (FUOKK) freute sich, dass der Verein „so ein tolles Team“ habe und schon viele Projekte durch die Spenden aus über 20 Jahren ermöglicht worden seien.

FUOKK unterstützt krebskranke Kinder und deren Familien auf vielfältige Art und Weise, zum Beispiel durch die Anschaffung eines offenen Kernspintomographen, die Übernahme von besonderen Medikamenten oder die Anstellung von Therapeuten und medizinischem Personal. „Dort, wo staatliche Mittel nicht drin sind, helfen wir,“ so die Vorsitzende und ihr Stellvertreter Stephan Zastrow: „Und dabei helfen uns die SEW-Radler!“

Knoll erklärte auch das diesjährige Spendenprojekt: Technische Ausrüstung zur Verbesserung der Vitalparameterüberwachung der kleinen Chemotherapie-Patienten auf der Kinderklinikstation soll angeschafft werden, damit gezielter auf Veränderungen bei den Kindern reagiert werden könne.

Insgesamt haben die Benefiztouren in 17 Länder auf insgesamt 49 083 Gesamtkilometer, 155 816,22 Euro in die Kasse geradelt. Dadurch, dass die Radler seit 20 Jahren ihren eigenen Urlaub einbringen und die Kosten für Übernachtungen, Verpflegung und Rücktransport selbst tragen, kommen die Spenden zu 100 Prozent beim FUOKK an.

Auf dieser Tour erleben die Fahrer auch wieder einen Empfang mit dem Innsbrucker Bürgermeister unterm „Goldenen Dachl“. Zudem überqueren sie zum dritten Mal die Alpen. ris