Bruhrainer Zeitung

Schulterschluss Jugendhilfe und Suchthilfe wollen Zusammenarbeit intensivieren / Gefährdung durch Drogen besser entgegenwirken

Jedes siebte Kind hat süchtigen Elternteil

Bruchsal.Sie wollen den Schulterschluss zwischen der Jugend- und Suchthilfe intensivieren. Über zwanzig Fachkräfte aus den Bereichen Suchtberatung, Psychologischer Beratung, Allgemeiner Sozialen Dienst, Sozialpädagogischer Familienhilfe und den Frühen Hilfen kamen in der Handelslehranstalt in Bruchsal zusammen. Grund war die ganztägige Veranstaltung „Schulterschluss II – Qualifizierungs- und Kooperationsoffensive für Kinder aus suchtbelasteten Familien“.

Mit Moderatorin Ursula Teupe vom Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz (ism) wurde erörtert, wie sich im nördlichen Landkreis Karlsruhe die Zusammenarbeit zwischen den beiden Organisationen im Hinblick auf die Kinder aus suchtbelasteten Familien entwickelt hat und an welchen Stellen es noch Nachholbedarf gibt. Die Inhalte und Möglichkeiten der Schweigepflichtentbindung sowie die Transparenz konkreter Unterstützungsmöglichkeiten für betroffene Jugendliche sollen in den kommenden Netzwerk-Veranstaltungen näher thematisiert werden. Eine frühzeitige Kooperation wirke einer Gefährdung der Kindes und einer Zuspitzung der Suchtentwicklung des Elternteiles entgegen, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratamtes.

Krankheitsrisiko deutlich höher

Zahlen belegen, dass jedes siebte Kind von einer Sucht der Eltern betroffen ist und damit ein sechsfach höheres Risiko besteht, selbst eine Suchterkrankung zu entwickeln. Dem Landkreis Karlsruhe liegt die Unterstützung von Kindern aus suchtbelasteten Familien am Herzen – in den Beratungsstellen gibt es spezielle Kindergruppen und Aufwandsentschädigungen für die Fahrt zur Beratungsstelle.

Auch im südlichen Landkreis soll eine Veranstaltung stattfinden. „Schulterschluss“ ist ein Förderprogramm des Ministeriums für Soziales und Integration, koordiniert von der Landesstelle für Suchtfragen und dem KVJS-Landesjugendamt. Das Netzwerk in Bruchsal tagt seit 2013 drei Mal jährlich unter Leitung von Petra Müller von der Fachstelle „Sucht“ des bwlv Bruchsal und Unterstützung von Daniel Weber vom Allgemeinen Sozialen Dienstes des Jugendamtes Landkreis Karlsruhe. Der Zusammenschluss erzeuge viele positive Effekte bei der täglichen Arbeit der Dienste. zg