Bruhrainer Zeitung

Interview Die Themen der neuen TV-Produktion von Sally sind bunt gemischt / Es gibt kein Drehbuch, das Leben schreibt die Geschichte

Kuchen ohne Industriezucker backen

Archivartikel

Waghäusel.Während ihres Studiums als Grundschullehrerin startet Saliha „Sally“ Özcan 2012 ihren eigenen Youtube-Kanal „Sallys Tortenwelt“ (Heute „Sallys Welt“) und widmet sich ihrer großen Leidenschaft fürs Backen und Kochen. Mit über 1,3 Millionen Abonnenten und mehr als 350 Millionen Videoaufrufen ist sie heute die erfolgreichste und größte Food-Youtuberin im deutschsprachigen Raum. Mit „Einfach Sally“ will sie jetzt auch die Fernsehbildschirme erobern. Im Interview spricht sie über die neue Sendung.

Was ist das Besondere an der Sendung „Einfach Sally“?

Sally: Meine neue Sendung dreht sich nicht einfach nur um Rezepte und Zutaten an sich, sondern auch um zwischenmenschliche Beziehungen, um Familie, um Freunde und um all das, was das Leben mit sich bringt. Es geht vielmehr um Gefühle, die man mit einem besonderen Gericht verbindet, um die Geschichten, die an das Rezept geknüpft sind. Die Rezepte entwickle ich ganz spontan zu bestimmten Themen oder Anlässen und erzähle auch etwas über ihren Hintergrund.

Worin liegt der Unterschied bei der Sendung im Vergleich zu den Youtube-Clips?

Sally: „Einfach Sally“ ist noch ein Stück persönlicher als mein YouTube-Kanal „Sallys Welt“. Auf der Videoplattform gibt’s Rezepte als Tutorial, jedes Video ist so kleinschrittig erklärt, so dass jeder das Rezept nachbacken kann. Die Bandbreite ist sehr groß und auch „on Tour“-Videos werden gedreht. Die Sendung „Einfach Sally“ behandelt nicht einfach nur das Rezept und ist vielleicht nicht ganz so kleinschrittig, aber der Zuschauer erfährt viele Geschichten über mich, über das Rezept und bekommt viele tolle Back-Tipps aus der Küche. Die Bildsprache der Sendung ist wunderschön.

Wie bist du auf die Themen aus der Sendung gekommen?

Sally: Die schönsten Geschichten schreibt das Leben. So haben wir uns Themen ausgesucht, die gerade bei uns aktuell sind und möchten Fragen beantworten, welche uns auch beschäftigen. Die Themen sind ganz bunt gemischt.

In einer Folge backst du zum Beispiel einen Kuchen ganz ohne Industriezucker.

Sally: Mittlerweile konsumieren wir Menschen viel zu viel Zucker, oftmals sind wir uns dessen gar nicht bewusst, weil auch die Industrie durch den versteckten Zucker ihren Beitrag dazu leistet. Es geht mir nicht darum, mein Leben komplett umzukrempeln und ganz auf Zucker zu verzichten oder den Finger zu erheben und auf andere zu zeigen. Vielmehr soll wieder das Bewusstsein zur Ernährung geweckt werden. Wenn ich mir Herausforderungen wie diese stelle, dann werde ich total kreativ und es kommen die interessantesten Rezepte dabei heraus. Ich bin dann viel offener für Zutatenkombinationen und entdecke gerne Neues. Ich glaube, das wird ein ganz interessantes Thema für die Zuschauer.

Was war die größte Herausforderung für dich?

Sally: Die Sendung „Einfach Sally“ läuft nicht nach Drehbuch, das Leben selbst bestimmt den Inhalt. Die Personen, die an der Sendung teilnehmen, sind keine Schauspieler, sondern Menschen aus unserem Leben. Ein Waldexperte, der uns den Wald näher erklärt und uns zeigt, welche Zutaten essbar sind. Unser Nachbar, der Apfelbauer, der gemeinsam mit seiner Familie einen Streuobstgarten pflegt, eine Winzerfamilie, die auf der Suche nach leckeren Rezepten ist und auch meine Kinder, die einfach ihren eigenen Kopf haben. Und mein Mann, der sowieso immer alles aus seinem ganz speziellen Blickwinkel heraus betrachtet. Die Sendung ist eine Backdokumentation mit ganz persönlichen Erlebnissen, in denen sich sicherlich jeder findet. Es läuft nicht immer alles nach Plan, aber genau das macht den Charme aus.

Du bist zweifache Mutter, Youtuberin und Unternehmerin. Jetzt kommt „Einfach Sally“ dazu. Wie bekommst du das alles unter einen Hut?

Sally: Ich muss zugeben, dass die Organisation nicht ganz einfach ist und auch viel Disziplin und Ehrgeiz erfordert. Die Familie ist immer dabei, die Kinder dürfen mitbacken und gemeinsam mit mir kochen, sofern sie Lust haben. Da die Sendung und die Videos für meinen YouTube-Kanal zu Hause bei uns produziert werden, kann ich das gut mit unserem Familienleben verknüpfen. Wenn die Kinder in der Schule und im Kindergarten sind, habe ich etwas mehr Zeit für mich und die liegengebliebene Arbeit. An den Wochenenden verbringen wir viel Zeit im Freien und genießen auch mal die kamerafreie Auszeit, wobei die Kamera zu keinem Zeitpunkt als störend empfunden wird, weil unser Team auch mittlerweile Teil der Familie geworden ist. zg

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