Bruhrainer Zeitung

Klimaschutz Jochen Cornelius-Bundschuh findet mahnende Worte

Landesbischof tritt für „lebenswerte Zukunft“ ein

Karlsruhe.Der badische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh hat dazu aufgerufen, am Klimaschutzziel 2020 festzuhalten, heißt es in einer Pressemeldung des evangelischen Oberkirchenrats. Angesichts der Diskussion, ob sich die deutsche Politik von ihren ehrgeizigen Zielen im Klimaschutz verabschieden soll, erklärte er: „Die Lage drängt. Niemand bestreitet mehr, dass die Wetterkatastrophen mit dem Klimawandel zu tun haben“.

So würden die Kirchen in Indien und Indonesien, aber auch im südlichen Afrika schon jetzt berichten, dass sie wegen steigender Wasserstände oder auch wegen Dürre über Umsiedlungen nachdenken müssen. Und weltweit wachse die Zahl der Klimaflüchtlinge, so die Mitteilung weiter. Wer dem Klimawandel etwas entgegensetzen wolle, müsse jetzt „große Schritte gehen, damit unsere Enkel eine lebenswerte Zukunft haben“, mahnte der Landesbischof.

Er verstehe zwar, dass alle Parteien Sorge haben, dass solche Schritte keine Stimmen bringen würden. Damit unterschätzten die Parteien aber „die Menschen und deren Wunsch nach einer lebenswerten Zukunft“, erklärte Cornelius-Bundschuh. Notwendig sei ein „echter gesellschaftlicher Wandel, der auch mit Konflikten verbunden ist“. Jeder Einzelne sei auch „persönlich gefragt, was er oder sie am Lebensstil ändern müsse, damit dieser Planet für uns als Menschheit und allen Mitgeschöpfen lebenswert bleibt und auch zukünftige Generationen ein gutes Leben haben“, sagte der Landesbischof.

Es sei von großer Bedeutung, dass die Politik an dem Ziel „40 Prozent weniger CO2“ bis 2020 festhält, sagte Cornelius-Bundschuh. Dafür müsse man bereit sein, „auch schwierige und anstößige Entscheidungen“ zu treffen, wie einen zeitnahen Einstieg in den Kohleausstieg oder eine neue, nachhaltige Verkehrspolitik. zg