Bruhrainer Zeitung

Katholische Kirche In Feudenheim war der Pfarrer sehr beliebt

Lukas Glocker erhält die Ernennung zum Dekan

Bruchsal/Waghäusel.Er hat sich nicht beworben, sondern wurde aufgefordert: Lukas Glocker, bisher Leitender Pfarrer in der katholischen Seelsorgeeinheit Maria Magdalena im Mannheimer Osten sowie stellvertretender Stadtdekan, ist neuer Dekan in Bruchsal. Schon Anfang November wird der beliebte 49-jährige Theologe in Mannheim bei einem Gottesdienst verabschiedet, inzwischen liegt ihm bereits die Ernennungsurkunde des Freiburger Erzbischofs vor, wie Glocker der Bruhrainer Zeitung auf Nachfrage bestätigte.

"Es gab ein sehr starkes Drängen", erklärte Glocker auf Anfrage unserer Zeitung. Weil der bisherige Dekan in Bruchsal zum 1. August sein Amt aufgab und dessen Stellvertreter sich ins Kloster zurückziehen will, hätten sich nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub "personell die Ereignisse überschlagen", so Glocker. Der Erzbischof sei auf ihn zugekommen mit der Bitte, nach Bruchsal zu wechseln. "Es ist ein Schritt, der mir nicht leicht fällt", bekannte der 49-Jährige. Zwar sei ihm klar gewesen, dass er irgendwann Mannheim verlassen werden müsse - die Kirchenleitung will einen regelmäßigen Wechsel. "Aber der Zeitpunkt ist mir zu früh, ich dachte eher an 2023, nach der Bundesgartenschau", sagte Glocker, der bisher noch in Feudenheim wohnt.

Gern mit dem Fahrrad unterwegs

Von hier aus fährt er stets mit dem Fahrrad zu den insgesamt sechs Pfarreien, für die er zuständig ist. In seiner Freizeit setzt er sich gerne aufs Motorrad. Zudem ist er bekannt als großer Adler-Fan, der - stets im Trikot - kaum ein Spiel der Mannheimer Eishockey-Cracks auslässt.

Glocker kam im Jahr 2001 nach Mannheim. Damals wurde er - nach dem Vikariat in Wiesloch - Dekanatsjugendseelsorger sowie Leiter des Hauses der Jugend in C 2 in der Quadratestadt. 2008 übernahm er zunächst die Seelsorgeeinheit aus St. Hildegard (Käfertal-Süd/Rott), St. Laurentius (Käfertal), und Zwölf Apostel (Vogelstang), 2010 zusätzlich die Gemeinden St. Peter und Paul (Feudenheim), St. Peter (Ilvesheim) und Christ-König (Wallstadt). Sie alle fusionierten zum 1. Januar 2015 dann zur Kirchengemeinde Maria Magdalena. Pate stand dabei die Magdalenenkapelle in Straßenheim.

Viele Bauvorhaben angestoßen

Für die Sanierung dieses ältesten Mannheimer Sakralbaus, er ist immerhin seit 1408 belegt, hat sich Glocker enorm stark gemacht. Zudem nahm er mehrere Bauvorhaben, etwa für neue Kinderhäuser in Angriff. Wallstadt wurde gerade fertig, Feudenheim soll folgen. Ferner läuft in Glockers Seelsorgeeinheit gerade beispielhaft der "Levi-Prozess" ("Levi" steht für Lernen, Entwickeln, Vereinbaren, Inspirieren), ein aufwendiges Programm der Erzdiözese zur Standortbestimmung und Weiterentwicklung der Gemeinden.

Vor Glockers Berufung mussten die Gemeinden in Bruchsal und der Region noch um Einverständnis gefragt werden - was aber eher eine Formsache war. Das Dekanat reicht von Waghäusel und Bretten bis Philippsburg, Kraichtal und Elsenz mit knapp 124 000 Katholiken in 13 Gemeinden. Glocker soll übrigens nur zu 80 Prozent Dekan sein und mit 20 Prozent der Stelle in einer Seelsorgeeinheit mithelfen. Er freut sich schon auf die Arbeit im Bruhrain und hat sich vorgenommen, alle Gemeinden bald vor Ort zu besuchen.

In der Stadt Mannheim hat man die Nachricht vom Wechsel übrigens sehr bedauert. Glocker war dort als kompetenter Gesprächspartner sehr beliebt und galt als Pfarrer, der neuen Strömungen innerhalb der katholischen Kirche aufgeschlossen ist.