Bruhrainer Zeitung

Überwintern Seit einigen Jahren wollen zwei Störche nicht mehr in den Süden

„Meister Adebar“ gefällt es gut im Vogelpark Oberhausen

Oberhausen-Rheinhausen.Etwas zusammengekauert steht er im Vogelpark Oberhausen, marschiert um den großen Teich herum, etwas matt und missmutig: „Meister Adebar“, der sich wohl überlegt hat, den Winter in Oberhausen zu verbringen und nicht wie die meisten seiner Artgenossen im Süden. Sein „Partner“ ist gerade auf Nahrungssuche weit außerhalb.

Wie in den zurückliegenden Jahren sind wieder zwei Störche in der Doppelgemeinde am Rhein geblieben, berichtet Michael Dossinger, Vorsitzender des Vereins der Vogelfreunde Oberhausen. „Vermutlich handelt es sich nicht um ein zusammengehörendes Paar. Beide stehen aber gelegentlich abends auf dem großen Stahlmast im Vogelpark beieinander“, sagt Dossinger. Tagsüber seien sie meist außerhalb des Parks auf Futtersuche unterwegs, lässt er wissen und verweist auf die Oberhausener Besonderheit: „Die Tiere haben schon in zurückliegenden Jahren bei minus 13 Grad Nachtfrost auf dem Nest übernachtet.“

Bis vor wenigen Jahren flogen alle Störche in den Süden. Anders als früher bleiben – auch in anderen Landstrichen Deutschlands – immer wieder einige der großen Vögel zurück, die im kalten Deutschland überwintern. Normalerweise fliegen sie schon gegen Ende des Monats August los, weil sie die günstige Thermik brauchen, um ihre Reisehöhe zu erreichen.

Keine kalten Füße

Der Storchenzug entstand während vieler Jahrtausende, als eine Verhaltensanpassung an die jahreszeitlich wechselnden klimatischen Bedingungen in Europa und Afrika, sagen Experten. Dabei ist weniger die Kälte als vielmehr die winterliche Nahrungsknappheit der Grund für die lange Reise. Die mitunter geäußerten Befürchtungen, dass überwinternde Störche erfrieren müssten, sind unbegründet. Kälte macht, wie es heißt, den Störchen nichts aus, sie bekommen auch keine kalten Füße. wr