Bruhrainer Zeitung

Landesbibliothek Ausstellung zeigt Schriften aus Kloster

Miniaturen in Gold und alte Urkunden

Karlsruhe.Anlässlich des europäischen Kulturerbejahres unter dem Motto „Sharing Heritage“ präsentiert die Badische Landesbibliothek (BLB) die Ausstellung „Lucida vallis – Das Kloster Lichtenthal als Zentrum kultureller Überlieferung“. Gemeinsam mit der Cistercienserinnen-Abtei Lichtenthal werden historische Handschriften von Freitag bis Samstag, 16. November bis 16. Februar, aus der Klosterbibliothek gezeigt, wie es in einer Mitteilung der BLB heißt.

Das 1245 gegründete Hauskloster der Markgrafen von Baden wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts nicht wie alle anderen Klöster der Region aufgehoben, sondern hat die Säkularisation weitgehend unbeschadet überstanden und große Teile seiner Bibliothek behalten. Heute verteilt sich der mittelalterliche Buchbesitz der Lichtenthaler Abtei auf das Kloster selbst und die BLB.

Schätze von Geflüchteten

Die Lichtenthaler Abtei war in der Vergangenheit immer wieder ein wichtiger Anlaufpunkt für Mönche und Nonnen, deren eigene Klöster im Zuge der Reformation oder Säkularisation aufgehoben oder zerstört wurden. Aus ihren Heimatkonventen brachten diese Geflüchteten oftmals kostbare Gegenstände mit nach Lichtenthal. Die Ausstellung zeigt auf, welche für die Landesgeschichte bedeutungsvollen Lichtenthaler Schätze die Jahrhunderte überdauern konnten.

Der Schwerpunkt liegt auf ausgewählten Handschriftenbeständen beider Institutionen, die das Spektrum vom Mittelalter bis hin zum 18. Jahrhundert abdecken. Darunter befinden sich zisterziensische Verfassungstexte aus der Gründungszeit des Klosters, detailreich bebilderte und mit Gold verzierte Psalterien sowie eigenständig kompilierte hagiographische Werke, die zur Erziehung ihrer Mitschwestern dienen sollten. Urkunden und kulturhistorische Werke aus dem Klostermuseum oder Geschenke der badisch-markgräflichen Familie vermitteln daneben die herausragende Rolle der Lichtenthaler Abtei.

„Ich freue mich sehr, dass die Schriften in den digitalen Sammlungen der BLB virtuell wieder zusammengeführt werden“, sagt Bibliotheksdirektorin Dr. Julia Hiller von Gaertringen. zg

Info: Die digitalisierten Handschrfiten sind ab Eröffnung unter www.digital.blb-karlsruhe.de zu sehen.