Bruhrainer Zeitung

Burdahaus Ehemaliges Gefängnis stellt heute Festungsgeschichte aus / Gemeinderat lehnt Schutz durch eine Toranlage ab

Museumsgebäude bleibt ungesichert

Philippsburg.Zu den Sehenswürdigkeiten in der Stadt Philippsburg gehört das „Festungs- und Waffengeschichtliche Museum“. Laut den offiziellen Angaben wurde das Gebäude, das früher als Gefängnis diente, im Jahre 1884 erbaut und trägt heute den Namen „Senator-Dr.-Burda-Haus“.

Auf Initiative des Namensgebers, des Philippsburger Ehrenbürger Senator Dr. Franz Burda, wurde in den Jahren 1975 bis 1979 eine gründliche Gebäudesanierung vorgenommen. Seitdem ist es ein bekanntes und gefragtes Festungs- und Waffengeschichtliches Museum. Der große Saal im Dachgeschoss diente längere Zeit als Sitzungssaal für Gemeinderatssitzungen.

Erinnerungen an Ersten Weltkrieg

Heute sind Sammlungen zur Festungsgeschichte, wertvolle Waffen und Kupferstiche, Darstellung der Entwicklungsgeschichte durch eine große Zinnfigurenausstellung, eine Galerie mit Porträts der Fürstbischöfe von Speyer dort untergebracht. Sonderausstellungen und Wanderausstellungen tragen mit dazu bei, dass sich das Museum, das vom „Club Rheingraf von Salm“ geführt wird, wachsender Beliebtheit erfreut.

Speziell zum Beginn und Verlauf des Ersten Weltkriegs, hatten die Club-Mitglieder und -Freunde 2016/2017 mehr als 700 Exponate zusammengetragen. Informationen erhält man auch an mehreren doppelseitigen Stellwänden. Ein ganzes Stockwerk haben die Verantwortlichen dem Ersten Weltkrieg gewidmet. In Philippsburg wurden damals insgesamt sieben Heimatlazarette eingerichtet, in denen zeitweilig mehr als 700 verletzte Soldaten ärztlich versorgt werden mussten. Einen konkreten Bezug zur Stadt bilden die Schlachten um Verdun und an der Somme, wo etliche Philippsburger den Tod fanden.

Vandalismus am Gebäude

Mit der Frage, ob das Museumsgebäude mit Hilfe einer Toranlage geschützt werden sollte, befasste sich der Gemeinderat. Im dazu vorgelegten Antrag der CDU-Fraktion ging es zunächst um die Überlegung, den Zugang zum Festungs- und Waffengeschichtlichen Museum vom Marktplatz her mit Teilen der alten Tor- und Zaunanlage der Festhalle abzugrenzen.

Wie es in der Sitzungsvorlage hieß, kam es in der Vergangenheit im frei zugänglichen Hof um das Festungs- und Waffengeschichtliche Museum von 1884 immer wieder zu „nächtlichen Rückzugsräumen“, so Bürgermeister Stefan Martus, zu allen denkbaren Formen des Vandalismus, zu eingeworfenen Scheiben, zu Brandschäden an der Eingangstür, zu schlimmen Graffiti-Schmierereien, zu erheblichen Verschmutzungen und Verunreinigungen auf dem ganzen Gelände.

Aufgrund ihres Alters sei die alte Tor- und Zaunanlage der Festhalle stark angerostet, von der Anzahl der verfügbaren Zaunelemente nicht ausreichend für den neuen Zweck und zudem für den symmetrischen Stil des Museumsgebäudes wenig geeignet. So legte die Verwaltung einen vorläufigen Kostenvoranschlag für eine komplett neue Tor- und Zaunanlage von insgesamt 24 Meter Länge vor, der sich auf rund 23 000 Euro beläuft.

Doch dies war dem Gremium letztlich zu teuer. Also bleibt alles in seinem aktuellen Zustand. wr