Bruhrainer Zeitung

Einsatz Verkehrsbetriebe und Polizei in Karlsruhe erwischen bei Großkontrolle zahlreiche Schwarzfahrer und Drogenbesitzer

Null Toleranz in Stadtbahnen

Archivartikel

Karlsruhe.Die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) und die Polizei haben am Freitagabend erneut eine gemeinsame Schwerpunktkontrolle im Tram- und Stadtbahnverkehr durchgeführt. Laut gemeinsamer Presseerklärung waren bei der Aktion mehr als 40 Polizeibeamte und etwa 44 Fahrscheinprüfer im Einsatz. Ziel der Großkontrolle war es, das sogenannte subjektive Sicherheitsgefühl der Fahrgäste zu stärken und Straftaten zu verhindern.

Räumlicher Schwerpunkt der rund sieben Stunden andauernden Aktion war erneut der Innenstadtbereich zwischen Europaplatz, Hauptbahnhof und Kronenplatz. Um während der Schwerpunktkontrolle eine Beeinträchtigung des Fahrplantaktes zu vermeiden, hatte die Polizei im Innenstadtbereich Standposten eingerichtet, an denen Fahrgäste ohne gültiges Ticket gebeten wurden, die Bahnen zu verlassen, um ihre Personalien aufnehmen zu können.

Seit zwei Jahren setzen VBK und Polizei solche Kontrollmaßnahmen regelmäßig um. „Auch bei der nun bereits fünften gemeinsamen Kontrollaktion hat sich der präventive Konzepteinsatz bewährt“, zog Rolf Geckle, Einsatzleiter der Polizei, eine positive Bilanz der Einsatznacht, die erst am Samstagmorgen gegen 3 Uhr endete.

Weitere Aktionen angekündigt

„Mit der Zusammenarbeit zwischen VBK und der Karlsruher Polizei bündeln wir unsere Kompetenzen und Stärken. Die Kontrollen bieten für die eingesetzten Polizeibeamten eine gute Möglichkeit, Fahndungs- und Kontrollmaßnahmen durchzuführen und damit den Druck auf potenzielle Straftäter hochzuhalten. Daher planen wir bereits jetzt weitere Kontrollen im laufenden Jahr“, so Geckle. Auch bei den Bürgern käme die Aktion gut an. „Die Fahrgäste begrüßen die sichtbare Polizeipräsenz gerade in den Abend- und Nachtstunden. Das zeigen auch die Rückmeldungen, die wir erhalten“, machte der Einsatzleiter deutlich.

Bei der Großkontrolle unterstützten die Polizisten die VBK-Mitarbeiter bei der Feststellung von Personalien und verfolgten in eigener Zuständigkeit Straftaten und Ordnungswidrigkeiten in den öffentlichen Verkehrsmitteln und im Haltestellenbereich. „Die VBK sind mit dem Verlauf der Kontrolle sehr zufrieden“, bilanzierte Mary Joyce, Leiterin des VBK-Fahrausweisprüfdienstes, den Einsatz. „Der Fokus unserer Arbeit lag erneut darauf, das sogenannte Erschleichen von Leistungen aufzudecken und zu ahnden.“ Insgesamt gab es 224 Beanstandungen. 13 Personen wurden beim Konsum von Alkohol in den Tram- und Stadtbahnlinien erwischt. Vier Personen mussten ermahnt werden, da sie ihre Füße auf dem Sitz platziert hatten.

Neben zahlreichen Verstößen im Zusammenhang mit der Nutzung der Straßenbahnen, gab es Delikte nach dem Betäubungsmittelgesetz, Verstöße gegen ausländerrechtliche Bestimmungen, Betrugsdelikte in Form von gefälschten Fahrkarten sowie Körperverletzungen und Widerstandshandlungen gegenüber den Vollstreckungsbeamten.

Überraschend war aus Sicht von Polizei und VBK erneut die durchgehend hohe Quote von Fahrgästen, die im Besitz von Rauschgift waren. Die Polizei stellte in der Nacht auf Samstag neun Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz fest. Darunter war laut Pressemitteilung auch ein Fall, bei dem die gefundene Menge deutlich über dem Eigenkonsum lag.

Aufgedeckt wurden außerdem zwei ausländerrechtliche Verstöße. Bei einer festgenommenen Person konnte erst nach umfangreichen Recherchen über ausländische Behörden und mittels eines Dolmetschers festgestellt werden, dass sie sich schon längere Zeit illegal im Bundesgebiet aufgehalten hatte. In einem anderen Fall wurde bei einem Asylbewerber unplausibel viel Bargeld aufgefunden. Diesbezüglich seien ebenso Ermittlungen im Gange, wie bei einem Festgenommenen, der fremde Ausweise mitführte. Angeblich hatte er diese gefunden.

Widerstand gegen Beamte

In den Morgenstunden kam es schließlich auch noch zu Körperverletzungsdelikten und Widerstandshandlungen gegenüber den Einsatzkräften. Zwei bei den Ermittlungsbehörden bereits bekannte und sehr aggressive Personen traten dabei negativ in Erscheinung, so die Mitteilung. Nähere Angaben machte die Polizei nicht. pol/beju